Die schwarzen Weiber kamen tanzend und reichten das Haupt dar, denn der geliebte Sultan hatte geboten. Die braunen und gelben erschienen auch, doch zitternd und leisklagend. Die Weissen erhuben ein lautes Jammergeschrei, und Gewalt mußte sie nach dem Richtplatz führen. Doch Gigi —

„Nun Gigi?“

Gigi fand unbegreiflicher Weise Mittel zu fliehn. Ein Beduine hatte sich bei Nacht durch die Wachen des Pallastes geschlichen, und sie gerettet. Bald führte Gigi selbst ein Heer von Beduinen an, und half Kuku bekriegen, der sie hatte morden lassen wollen. Kuku schlug die von Habesch, aber jene Beduinen vermogte er nicht zu überwinden. Er ließ Gigi Friedensvorschläge thun, die Stolze verwarf sie. Es gab endlich keinen Ausweg, als der tapfern Cafferin das streitige Land zu überlassen, was die von Habesch und die von Darkulla zufrieden waren. Sie wurde nun selbst Herrscherin.

„Also ist es doch nicht ohne Beispiel, daß Weiber in diesen Gegenden regieren?“

Kuku war des Krieges müde, und beschloß in das feste Land zu ziehn. Seinem Bruder Tata übergab er alle Provinzen, die außer der Felsenkette lagen, und dachte nur daran, andre Weiber zu kaufen. Viele wurden nach Darkulla gebracht, doch alle entließ er wieder. Er hatte Gigi gesehn, und keine andre Schönheit konnte ihn mehr rühren. In Gram und Trübsinn schwanden seine Tage. Endlich kamst du Eselin der Eselinnen, erhabene Sultanin Nene, seine Heiterkeit kehrte zurück, und bald wird er auch Gigi vergessen.

Flore dachte einen Augenblick darüber nach, wie doch ihre Schönheit, einst vielleicht mit Recht gepriesen, aber dann die Wonne so vieler Glücklichen, noch in der Tiefe von Afrika die wundervolle Wirkung hervorbringen könne? Sie war aber keineswegs unzufrieden damit, und erinnerte Lolo fortzufahren.

Ein Jahr ist es nun bald, seitdem Gigi den Thron in Darmir bestieg. Viele schöne und edelgebürtige arabische Jünglinge langten an, zeigten sich auf Rossen, die die älteste Ahnentafel aufweisen konnten, suchten Gigis Herz zu gewinnen, und den Thron mit ihr zu theilen. Nie sah man gewaltigere Kraft, kühnere Geschicklichkeit. Einer stritt siegreich mit Löwen und Tigern, ein anderer setzte in Ströme, und bekämpfte das Krokodill, noch ein anderer schwamm mit seinem Hengste einen Wasserfall hinunter. Umsonst! Gigi ließ ihnen Geschenke reichen, und gab ihnen sicheres Geleit in die Heimath.

„Beim Himmel! ich mögte diese Gigi kennen!“

Die Häupter des Volks baten sie, sich zu vermählen. Sie sprach: Nur noch einige Geduld, und ich schenke euch einen König.

Einstweilen ließ sie Kanäle graben, Städte bauen, Wüsten in Gärten umwandeln.