Der Oberst ließ ihn also aus dem Gefängniße und öffentlich anzeigen: es wolle ein Soldat Geld gefunden haben, wer sich zum Verlust legitimire, könne es bei den Regimentsgerichten in Empfang nehmen. Denn das Kloster hatte nun jene Summe zurückgeschickt.
Niemand meldete sich aber, und das Geld blieb bei der Kasse liegen.
Nach mehreren Monaten befand sich das Regiment von jenem Orte entfernt, auf dem Marsche. Man durchzog eben einen Wald. Der Offizier, welcher jenes Verhör gehalten hatte, führte die Seitenpatroullen an, der junge Soldat gehörte auch zu der Mannschaft. So neben ihm herreitend, und unter mitleidigen Blicken, auf das noch durch jene harte Strafe entfärbte Gesicht, fing der Offizier an: Höre, du magst sagen was du willst, gefunden hast du die Dukaten dennoch nicht.
Der Soldat blickte auf. Herr Lieutenant, ich habe wohl noch mehrere, sie sind aber eingenäht.
Ei, ei, das sagst du mir?
Ich will ihnen noch mehr sagen, nur Alles nicht. Einmal kam ich zu *** in ein Haus, um Kameraden zu sprechen, die dort im Quartier lagen. Eine Dame rief mich in ihr Zimmer, und ich wurde beim Weggehen mit Sechs Dukaten beschenkt. Oefter mußt ich wiederkommen, und man war immer freigebig. Da nun das Geld bei mir entdeckt wurde, konnte ich doch eine so vornehme und brave Dame nicht verrathen. Eh hätt ich mich todtschlagen lassen. Wo sie gewohnt hat, sage ich auch jetzt Niemals.
Der Offizier forschte auch nicht weiter, empfand alle Achtung vor dem Märtyrer der Galanterie, und brachte es beim Obersten dahin, daß ihm das bei der Kasse noch vorhandene Geld verabfolgt wurde.
Fünftes Capitel.
Böser Geitz.
Flore theilte den Jägern reichlich mit, und eilte nun, mit ihnen zu dem großen Haufen zu kommen. Froh erzählte sie unterwegs einen Theil ihrer Geschichte, gab sich übrigens aber doch für den Diener eines Commissärs aus.
Wie hüpfte ihr Puls, da sie vernahm, das Commando, wobei sie sich gegenwärtig befände, werde nächstens abgelöset werden, und nach Cairo zurückgehn. Wie viele Umarmungen wurden Ring im Geiste!