Gräfin. (gegen die Wand mit weinendem Ausdruck.) Ich wollte sie bergen — meine Fühlbarkeit — vielmehr meine Schwäche —

Dupré. Wie zärtlich er nun ist.

Gräfin. Geh, ich mögte nur lachen!

Dupré. (ab.)

Neunte Szene.

Gräfin.

(allein) Oder weinen! (gegen die Wand) Hören sie mich? … Die Verstellung gelingt mir nicht. … Ich wollte sie strafen. Erinnern sie sich, was sie mir sagten. … Ja ja, wenn die Tante will. … Sie muß zugezogen werden. … Vereinen wir unser Flehn, wir werden sie rühren. … Gewiß. … Sie verkennen die Großmuth der Tante. … Nun, hören sie einen Vorschlag an, der sie ein wenig befremden wird. Ich berge ihnen noch eine wichtige Entdeckung, muß ihnen ein Papier vorzeigen — genug, niemanden anders kann ich mich vertrauen, bin also bereit, sie hier zu empfangen. … Ja, ohne Tapetenwand, in dieser Stunde. … (vor sich) Bei allem Sturm der Liebe, zaudert er hier doch. Viel Zartsinn. Viel innige Achtung für Sophiens Ruf. Ja, er verdient Gegenliebe! … (gegen die Wand) Gehörte ihnen Sophiens Herz noch nicht, diese Gesinnungen würden es ihnen unterwerfen. Kommen sie ohne Furcht, ich muß sie sehn. … (vor sich) Er sinkt aufs Knie. — wie er zu bewegen versteht. (gegen die Wand) Vielleicht wird ihnen hier Verzeihung — oder sie fühlen sich desto schuldiger. Stehn sie doch auf! Ich rufe Dupré, daß er sie abholet. — Dupré!

Zehnte Szene.

Gräfin. Dupré.

Gräfin. Bald löst sich der Knoten. Holen sie den Chevalier!