Chevalier. (etwas auffahrend) Notare?
Marquise. (bei Seite) Bei aller Liebe entfärbt ihn dies Wort.
Gräfin. Das wichtige Papier ist der Heirathsvertrag, der auf ihre Unterschrift wartet —
Chevalier. Sogleich? — Was verdanke ich ihnen nicht alles.
Gräfin. Sophie, triumphiren sie über ihre Wahl! Hier ist redliche, feste, über jeden Wankelmuth erhabene Liebe. Wohl giebt es Männer, von einer so kraftlosen Eitelkeit beherrscht, daß sie gleich vergessen und hinopfern, wie nur ihrer thörigten Eigenliebe verschlagen gehuldigt wird —
Chevalier. Nein Gräfin, sie klagen zu hart an.
Sophie. Und warum vertheidigen sie ungleiche Naturen? (ihn an der Hand fassend) Dies reine Gemüth begreift das Strafbare nicht.
Chevalier. (von der Gräfin an der andern Hand ergriffen) Schonung!
Gräfin. Dem Verdienste Gerechtigkeit! (winkt der Marquise, Sophien abzuführen) Wir folgen!