Nun traf ein Caffer ein. Ihm folgten Hundert Kameele mit Lebensvorräthen, zudem alle dem Feinde abgenommene Waffen und Kostbarkeiten, welche andere Lastthiere trugen. Der Caffer fragte: wohin die Sultanin beföhle, daß alles das gebracht würde?
Flore überließ es Alonzo, Sorge zu tragen, riß ihre Diamanten vom Halse, sie dem Caffer zu schenken, und rief: Aber wo ist der Anführer des Heeres, dem wir Rettung verdanken? Warum seh ich den Helden nicht, ihm in meinen Freudenthränen die Fülle der Erkenntlichkeit zu weinen? Jener antwortete: Schon zieht er mit den Truppen ab, die hier nicht mehr nöthig sind, da nicht einer von deinen Feinden noch lebt. Er wird den Felsenpaß besetzen, damit kein neuer Widersacher eindringe.
Und ich soll ihn nicht sehn? Nimmermehr, eile ihn zurückzurufen!
Er wird sich nur zeigen, Sultanin, wenn dein Streit mit Kuku endete.
Nun, fiel Alonzo lächelnd ein, da müssen ihn doch wichtige Gründe bestimmen. Wärs auch nur die zarte Bescheidenheit, die keinen Dank ärndten will, gebührt es sich, sie zu ehren.
O, rief Flore in Feuer, hier ist nicht bloß von meinem Dank die Rede. Die Sultanin muß ihm die Stirn mit einem Lorbeer schmücken. Und den hat ja, wie ich hörte, Cäsar getragen, und er soll doch auch bescheiden gewesen seyn.
Cäsar, gab der Spanier zur Antwort, hatte ein kahles Haupt; dies Gebrechen zu verbergen, diente ihm die Zweigkrone. Laß deinen Helden ziehn, nöthig ist es, den Felsenpaß zu besetzen.
Flore mußte es sich gefallen lassen, so gern sie auch dem Anführer der entsetzenden Truppen Dank und Lohn ertheilt hätte. In der Stadt dagegen ordnete man glänzende Feierlichkeiten an, alle Herzen neigten sich wärmer zu Nene hin; bald kamen zahlreiche Sendungen vom Lande, die ihr im Namen des ganzen Volkes den Wunsch darbrachten, ihr allein als Herrscherin von Darkulla huldigen zu dürfen.
Sie hielt da, wie es sich von selbst versteht, Reden, und wie es sich gar nicht von selbst versteht, sie machte sie selbst.