Wie geht es da? Man gelangt auf Irrwege. Bald bricht etwas am Wagen, bald kömmt er nicht von der Stelle, man wirft um u. s. w. u. s. w.
Floren machte es gewaltigen Verdruß, da sie sah, daß Alonzo, Perotti und der Darkullaner ungleich und gegen einander wirkten. Und das Lenken selbst nun so schwieriger, gewährte ihr um so weniger Vergnügen, als die Blutszene ihr das sonst reitzende Land verhaßt gemacht hatten, und die Sehnsucht den Blick nur ins Vaterland rief. Mit heißer Ungeduld erwartete sie Musa zurück, und schöneren Traum konnte sie nicht träumen, als Kukus Einwilligung in ihre Vorschläge.
Unterdessen kam Alonzo öfters, und stellte ihr vor: für die Arme einer Dame wären die Zügel des Regiments zu beschwerlich. Ein Premierminister würde ihre Sorge am freundlichsten erleichtern. Dann hatte er diesen oder jenen glänzenden ausschweifenden Entwurf, welchen er zur Stelle vollzogen wissen wollte. Denn obschon unthätig im Tagewerk, lebte ihm doch eine rege Phantasie, er hielt den Charakter des Hispaniers fest. Allein Flore fand die Entwürfe selten nach ihrem Geschmack, und der Alte ward dann murrlaunig.
Perotti erschien noch häufiger, immer festlich geschmückt, die ziemlich greisen Haare mit einer Farbe geschwärzt. Wenn er Floren nun eine Menge angenehmer Dinge, und süßer Lügen vorgebracht hatte, stellte er ihr vor, wie nöthig ihr in dem dermaligen Verhältnisse ein Gatte sei, ein Gatte, nicht zu jung, um noch ein Sklave der Unbesonnenheiten zu sein, nicht zu alt, um noch das Feuer der Liebe empfinden zu können. Dann gab er die Rolle des Zerstreuten, Nachsinnenden, Unglücklichen.
Flore lachte in sich, da sie seine Plane ahnte.
Nicht lange, so erschien auch ein Brieflein voll der zärtlichsten Wendungen. Flore lachte noch mehr, und beantwortete es nicht.
Doch wenige Tage nachher spielten ihre Frauen auf eine Verheirathung der Sultanin an, die Stadt war plötzlich eines Abends erleuchtet, und Alonzo erschien noch ganz spät, warf sich Floren zu Füßen, und warnte mit den dringendsten Gründen, gegen den neuen Vorsatz. Flore war vor Erstaunen außer sich.
„Nein, ehe du dem arglistigen gauklerischen Italiener die Hand reichst, weiß ich einen Gemahl für dich, edelmüthig, tapfer, jung, liebenswerth, und dem du eben so viel verdankest —“
Aber ums Himmels Willen, wurde er unterbrochen, wer hat euch gesagt, daß mir so ein Gedanke einkam?
„Wer? Jedermann. Die gesammte Stadt ist voll davon. Darum die Erleuchtung. Morgen werden Abgeordnete dir im Namen des Volkes Glück wünschen.“