Perotti log hier höchst unverschämt, doch hatte er Gründe.

Gigi machte eine abermalige Bewegung des Schreckens; der Beduin rief: Lüge, Verläumdung! hielt aber bald wieder an, und sagte ruhig und freundlich: Unsre Sultanin bittet dich, ihr in ihren Absichten beizustehn. Der Dienst, welchen du ihr leistest, wird das Maas deiner Belohnungen bestimmen.

Perotti versetzte mit Lebhaftigkeit: Der Thatenruf Gigis hat mir lange schon Bewunderung auferlegt, ihre Nähe begeistert mich, reißt mein Gemüth hin in ihre Sklaverei. Sie gebiete.

Ist es dein Ernst, rief die Fürstin, so sinne auf Mittel, Mustapha und Osmann lebendig in meine Hand zu liefern.

Schnell setzte der Andere hinzu: Gewisse Kunstfertigkeiten, die beide besitzen, und die sonst in diesen Gegenden nicht zu finden sind, machen der Sultanin diese Männer so theuer.

Und wo sollen diese Kunstfertigkeiten wuchern? fragte Perotti nach einigem Bedenken, und fuhr fort: Schon fielen die von Habesch in Gigis Land. Ein Feind steht hier vor ihr, der sich täglich verstärkt, und die Kunst der Schlachten übt. Zwischen zwei Angriffe gepreßt, kann sie leicht Thron und Land einbüßen.

Gigi fiel ein, obgleich nicht ohne Stocken: O dagegen bürgt mein Schwert.

Der Beduin sagte: Daß du zeitig entdeckest, was uns gefährlich überraschen soll, beweist Treue an dir. Aber schon sind wir unterrichtet, daß neue Feinde in unserem Rücken auftreten, und Anstalten dagegen sind vorgekehrt.

Perotti ging einige Schritte auf und nieder, dann brach er aus: Sultanin, die Zeit ist kurz, du mußt mich vor Anbruch des Morgens zurückbringen lassen, oder das Verständniß wird offenbar, dein Getreuer hole mich aber in der folgenden Nacht wieder ab. Bis dahin werde ich überlegt haben, was zu deinem Nutzen geschehen kann.

Dies war man zufrieden, und entließ den Italiener, den schnelle Rosse wieder in Kukus Lager brachten, wo Niemand ihn vermißt hatte.