Etwas schnell entgegnete Gigi: O viel wäre auf deine List zu bauen, könnte man deiner Redlichkeit gewiß sein.

Der Beduin sprach: Zwischen unserm Lager und dem schönen Lande steht Kukus Heer, in dem wohlvertheidigten Felsenneste, das nicht anzugreifen ist.

Doch nicht lange mehr, erwiederte der Italiener. Bald wird er zum Kampf hinausstürmen. Schlägt ihn Gigi, dann ist der Weg offen, und durch den Paß bringe ich sie.

Wie aber, wenn ich geschlagen werde? fragte die weise Heerführerin.

„Das muß nicht geschehn. Kuku muß fallen. Ich werde machen, daß ein hohes weisses Fähnlein getragen wird, wo er sich beim Kampfe aufhält. Dahin mögen deine Schützen unverdrossen zielen. Sind sie demungeachtet nicht glücklich, denke ich selbst — im Gedränge — ein behender Dolchstich macht kein Aufsehn — und sank der Führer, ist gemeinlich das Heer verloren.“

Nein, pfui, nein! schrie Gigi heftig. Nur in guter Schlacht will ich siegen, nicht durch Verrath und Meuchelmord des Feindes.

Du bist ein Ungeheuer! Weg von mir!

Perotti erwiederte kalt: Wenn mich Bewunderung dir so ergeben machte, daß ich selbst das Zürnen deines Edelmuthes nicht fürchte, so ist es die Schuld deines Ruhmes. Und wußte ich ein ander Mittel, die Caffern zu retten —

Die Caffern! die Caffern! rief Gigi mit Bewegung. Höre Mehemed! Meine Schlacht mit Kuku laß mich kämpfen, und sein Leben sei dir theuer. Kann deine List mich aber nach gewonnenem Siege in den Paß führen, nehme ich sie an und lohne sie reichlich. Erobere, denke ich, man durch List, wenn der Eroberung, des Landes Heil folgen soll. Tödten aber nimmer. Würde ich aber geschlagen — geschlagen —

Dann gieb dich getrost an Kuku gefangen.