Hier wurden sie durch den Anblick eines Getümmels unterbrochen, das sich da erhob, wo die Sultanin betend kniete, indem grade der Leichnam an ihr vorüber kam. Dies Getümmel war mit einem wilden unverständlichen Geschrei begleitet, und Alonzo und Coutances spornten ihre Thiere an, um dahin zu eilen.
Die Ursache dieser Bewegungen war folgende:
Langsam war der Kondukt durch den Paß gegangen, und wie das Ende desselben dem innern Ausgang nahe war, sahen die Wachen mit Schrecken und Befremdung, daß ein Trupp Beduinen vorwärts sprengte, um sich daran zu schließen. Man wollte abwehren, zu spät, sie hatten sich dieser Gelegenheit, einzuschleichen, mit vollem Glück bedient, schon waren die vorderen über alle Brücken, ein zahlreicherer Schwarm drang nach, die Wachen sahen sich geworfen, und jene dehnten sich im Innern aus.
Alles flüchtete in einen nahen Wald, Coutances flog zu den Truppen, um sie heran zu führen. Er war aber zu schwach bei der Gegner Menge, mußte vorerst auch auf einen Rückzug bedacht seyn, um die jüngst Zerstreuten in einer vortheilhaften Stellung zu sammeln. Unter dieser Zeit wuchs die Zahl der Beduinen immer stärker an.
Flore berathete mit Alonzo. Ohne Zweifel meinte dieser, sind diese Reuter von dem geschlagenen Heere Gigis, und sie treibt wilde Abentheurerei umher. Es ist großer Unfug von ihnen zu fürchten, wenn hier nicht kräftig widerstanden wird. Man traf also alle Anstalten, ein zahlreiches Heer in kurzem beisammen zu haben.
Da die Zerstreuten noch keinen weiten Weg zurückgelegt hatten, so fanden sie sich, nachdem ihnen Boten nachgeschickt waren, bald wieder ein, und Coutances konnte daran denken, dem Feinde die Spitze zu bieten. Flore und Alonzo blieben beim Heere, theils, um die Tapferkeit aufzumuntern, theils weil der Weg zur Hauptstadt durch die herumschwärmenden Feinde unsicher gemacht war. Von den Anhöhen, auf welchen nun Coutances die wieder zusammen gebrachten Truppen ordnete, erblickte man bald darauf die jetzt auch in regelmäßige Schlachtordnung gestellten Feinde, die durch die Ebene zum Kampf heranzogen. Coutances rückte ihnen entgegen, und bald standen die Heereslinien in einer geringen Entfernung von Einander.
Ein Herold erschien vor der Mitte, und gab das Verlangen nach Unterhandlung kund. Coutances ritt ihm mit Bedeckung entgegen, und fragte, was den Haufen so vermessen machte, in dies Land zu dringen?
Der Herold erwiederte: Bist du Feldherr?
„Ich bin es!“
Sultanin Gigi fordert dich auf, die Waffen zu strecken!