Ich würde sagen, du selbst, wenn du nicht an Heeres Spitze ständest. So laß mich ziehn. Ich nehme einige Truppen auf den Nothfall mit.

„Du hast mich überredet. Aber was soll aus Nene werden?“

Giebt sie sich in Gutem, führe ich sie unversehrt in dein Lager; sonst muß der Sultan aber auch nicht zürnen, wenn ich ihren — — —

„Kopf bringe, willst du sagen!“

Das ist nicht des Sultans Stimme, der brausende Jüngling fuhr auf: Rufe den Stolz der Väter! Laß den Sultan reden.

„Bringe ihren Kopf, so bin ich all der Verwirrung frei!“

Es lebe der edle weise Sultan von Darkulla!

Drittes Kapitel.
Coutances und Nene.

Welch gehässig Unrecht der armen Sultanin in Tatas Anklage widerfuhr, liegt am Tage; aber die Anklagen übertreiben meistens, und wer hoch steht, folglich viel gesehen wird, muß auch herberen Tadel dulden; wie auf der anderen Seite, das süße erhabene Lob, was ihn trifft, sich vervielfältigt. Nicht auf die entfernteste Weise ließ sich an die Entspinnung eines Liebeshandels unter Coutances und Floren denken. Er, ob ihm schon ein Theil seiner alten Munterkeit zurückgekommen war, fühlte immer noch für Isabellen (und zwar seit einiger Zeit wieder mehr wie sonst,) und ihr war Rings Andenken heißer aufgeregt worden, seitdem sein Freund ihr Nachrichten von ihm überbracht hatte. Auch stellte sie manche, gar nicht unmoralische, Betrachtung über die Dankbarkeit an, welche dem Sultan von Darkulla für so viel Liebe, Güte und Vertrauen gebührte, und wenn sie Ring vergessen mußte, so hatte Kuku die allergegründeten Ansprüche auf Gegenliebe, er mogte schwarz sein oder nicht.

Zudem waren Beide von bedenklichen Umständen angefeindet, mußten gegen die Fremdheit, gegen das Vorurtheil und andere Hindernisse kämpfen, wobei man denn nicht leicht an Etwas denkt, woran man sich sonst allenfalls würde erinnert haben. —