Er genas nach einigen Wochen völlig, und eilte nun dem Heer in Frankreich nach. Aus Berlin bekam er jedoch keine günstige Antwort. Man wußte dort nichts von einem Herrn von Rothenfeld und seiner Tochter.

Das ging so zu. Luise hatte aus D*** eine gewisse Schwermuth gebracht, die bei dem, zwei Jahre nachher erfolgenden, Tode ihrer Mutter sich mehrte. Ihr Vater meinte, eine baldige Heirath würde das beßte Heilmittel seyn. Er unterhandelte darüber mit einem alten Bekannten, einen Herrn von Buchenthal, Vater eines einzigen Sohnes, von dem man viel Gutes sagte. Doch die Kriegsunruhen kamen dazwischen.

Luise gestand ihrem Vater: der Rittmeister von Breitenfeld sei schon lange der Gegenstand ihrer Liebe, und trage, wie sie vermuthet habe, auch sie im Herzen.

Aber, antwortete der Vater, ich habe Dich bereits versprochen, und Du wirst auch zufrieden seyn. Dem Rittmeister müssen wir unsere Dankbarkeit auf andere Art beweisen.

So wenig Luise damit auch zufrieden war, mußte sie doch mit dem Vater nach Sachsen reisen, wo er noch andere Güter hatte. Ein halbes Jahr nachher schrieb sein Freund: Mein Sohn wird nun aus dem Kriege heimkehren. Mögen die jungen Leute einander sehn. Können sie keine gegenseitige Neigung zu einander fassen, so muß ihnen kein Zwang angethan werden.

Nach einem Monate reis'te Luise mit ihrem Vater – auf ergangne Einladung – zu dem Herrn von Buchenthal. Sie bat unterwegs sehr viel, und betheuerte: daß sie nur dem Rittmeister ihre Hand geben könne.

Man langte an. Der Sohn war vor einer Stunde gekommen, und – hatte seinem Vater betheuert: nur Eine könne seine Gattin werden.

Luise trat kalt mit ihrem Vater ein. Neben dem Herrn von Buchenthal stand ein schöner Officier. Sehr kalt verbeugte sie sich er auch. Er – war nicht mehr bleich, Binden und Bart waren verschwunden. Er sah das Fräulein genauer an. Es war Luise!

Sie ward vom Schrecken blaß. »Herr von Breitenfeld –«

Ich heiße Buchenthal!