Nun aber über Berg und Tal
Ist er zu meines Herzens Qual
Von dannen doch gezogen.
Wann kehrest du zu mir zurück,
Wie weit, mitnehmend all mein Glück,
Hast, Falk, du dich verflogen?

Bei dem einen Liede blieb es nicht. Sie behielt die Harfe im Arm, drückte sie an ihre wogende Brust und starrte, auf der Wolfsbank sitzend, mit feucht schimmernden Augen ins Leere. Dann hub sie wieder an:

Vergebens in die Ferne
Tauch' ich den müden Blick,
Umsonst frag' ich die Sterne:
Wie lenkt ihr mein Geschick?

O laßt dies Leben enden
Und schiebt den Riegel vor,
Nichts hat mehr zu verschwenden,
Wer alles schon verlor.

Ich wandelte auf Wegen,
Beglänzt von Sonnenschein,
Jetzt möcht' ich still mich legen
Ins dunkle Kämmerlein.

Mir blühten ringsum Rosen
In funkelhellem Tau,
Jetzt ist in Sturmes Tosen
Der Himmel wolkengrau.

Und aus den Saitensträngen
Kein Lied mehr davon schallt,
Was mir mit Wunderklängen
Im Traum nur widerhallt.

Auch damit hatte sie noch nicht genug; es lag ihr zu vieles auf der Seele, was herunter mußte, und noch einmal begann sie in ihrer Gefühle wehmutvollem Drang:

Blätter fallen nieder,
Blumen welken auch,
Doch sie kommen wieder
Mit des Frühlings Hauch.