»Und Du schwiegst.«
»Du liefest mir davon.«
»War es denn heute nicht schöner so unter vier Augen, trotzdem wir nun wissen, wie Schweres uns droht? Mit Leid fängt unsere Liebe an; möge sie mit Lust und Freude –«
»Doch nicht enden?« unterbrach er sie jäh.
»Nein! zu Lust und Freude sich wenden, wollt ich sagen; nicht enden, niemals wird sie enden,« sprach sie mit einem tiefinnigen Blick.
»In drei Tagen sehen wir uns wieder,« tröstete er sie. »Je nach dem, was sich inzwischen ereignet, wollen wir dann beschließen, was wir thun.«
Sie waren an den Weg gekommen, der zur Hohkönigsburg führte, und Leontine sagte: »Hier müssen wir uns trennen, es ist Zeit, daß ich heimkomme. Lebewohl, mein Egenolf!«
Da ließen sie die Zügel fallen, umschlangen sich vom Sattel aus mit beiden Armen und küßten sich wieder und wieder. Dann schieden sie von einander, und Jeder ritt allein seines Weges.