Egenolf zuckte die Achseln. Sie stand schon neben dem Pferde. »Soll ich Euch in den Sattel heben?« fragte er.
Sie sah ihn mit flammenden Augen durchdringend an, sagte aber nur kühl und gelassen: »Dazu bin ich Euch zu schwer.«
Er lächelte: »Wollen wir's einmal versuchen?«
Ein hartes »Nein!« war ihre Antwort, – »das ist Ritterdienst.«
»Allerdings, Ritterdienst!« fuhr er, sich vergessend, auf, besann sich aber schnell und sagte: »Ja so! nun, dann muß der Knecht das Knie beugen, damit die Herrin sich aufschwingt.« Er kniete nieder, sie setzte den Fuß auf sein Knie und war mit behendem Schwunge im Sattel.
»Ich danke Euch,« sprach sie von oben, die Zügel ordnend.
»Wollt Ihr mir eine Gunst erweisen, Fräulein?« fragte er. – »Schenkt mir eine Blume aus Eurem Strauße.«
»Die habt Ihr verdient, Jägersmann!« sagte sie freundlich, suchte in dem Strauße und reichte ihm ein vierblättriges Kleeblatt: »Hier! möge es Euch Glück bringen! und nun – Waidmanns Heil!«
»Waidmanns Dank!« erwiederte er.