Peter. O, das will ich wohl thun, wenn Sie es nicht verstehen.
Scapin. Ich weiß was zu thun ist. Wolltest Du wohl, Harlekin, ihr zu gefallen, eine Tracht Schläge vorlieb nehmen?
Harl. Die Schläge wohl, aber den Schimpf nicht.
Scapin. Nun da ist Rath zu. Höre, ich will Dir das Kleid meines Herrn verschaffen. Du weißt, er ist Hauptmann, und eine Uniform hat heut zu Tage viele Freyheiten; damit sollst Du diesen Abend zu ihr gehen. Läßt sie Dich nun zum Hause hinaus prügeln, so kannst Du glauben, daß sie die Krone von allen ehrlichen Mädchen ist. Nimmt sie Dich aber an, küßt und umarmt Dich, so nimmst Du das auf dem Marsche vorlieb, und weißt wie viel die Glocke geschlagen.
Harl. O mein lieber Scapin, das ist unvergleichlich. Ich danke Dir tausendmal für Deinen guten Rath. Mache mich nur geschwind zum Hauptmann. Ich brenne vor Verlangen, jene glückliche Tracht Schläge zu empfangen.
Peter. Ich wahrhaftig nicht. In meiner Heimath probirt man die Mädchen ganz anders.
Scapin. In meiner auch. Aber man bekömmt zuweilen etwas, was einem noch weit unangenehmer ist, als eine Tracht Schläge. Nicht wahr, Harlekin?
Harl. O Scapin, Du bist der klügste Schelm, den ich in meinem Leben gekannt habe. Mache nur geschwind, daß ich das Kleid von Deinem Herrn bekomme. Ich hoffe doch nicht, daß er es übel nehmen wird, wenn der Schimpf hiernächst darauf sitzen bleibt?
Scapin. O im geringsten nicht. Eben das Kleid, was ich Dir verschaffen will, hat schon mehrmal herhalten müssen. Ich will hingehen um es Dir zu bringen. Du mußt mir aber auch einmal wieder zu gefallen seyn, wenn Du nun ein Ehemann seyn wirst.
(Scapin geht ab)