Harl. Sie erlauben großgünstig--

Barth. Wieder eine Minute.

Harl. Daß ich mir die Freyheit nehme--

Barth. Noch ein Wort von solchem Schlage, und ich prügle Dich zum Dinge hinaus.

Harl. (im gewöhnlichen Ton) Ich komme, Herr Barthold, wegen Ihrer jüngsten Tochter Kolombine; sie gefällt mir--

Barth. Gehorsamster Diener, gehorsamster Diener, mein werthester Herr Harlekin! Verzeihen Sie, daß ich Sie sogleich nicht gekannt habe. Meine Augen vergehen mir allmählich, und Sie redeten mir in einem solchen Candidatenstil, den ich an Ihnen nicht gewohnt bin.

Harl. Ich kann heirathen, ich muß heirathen, und ich will heirathen.

Barth. Nun, das ist kurz. Das sind drey Hauptursachen, die nicht von allen Leuten so recht verstanden und empfunden werden. Was gedenken Sie denn aber Ihrer künftigen Witwe zum Leibgedinge auszusetzen?

Harl. Erstlich, gedenke ich nicht vor ihr zu sterben.

Barth. Das ist freilich ein guter Vorsatz; allein Ausführung kommt bisweilen gar sehr auf die Frau an: diese hat vielerley Mittel, einen ehrlichen Mann in die Grube zu bringen, ohne Gift und Messer. Der meinigen habe ich es, Gott sey Dank, abgesessen. Es war ein heller Gast; aber sie wurde so eingetrieben, daß sie sich aus dem sieben und zwanzigsten Kindbette nie wieder erholen konnte. Sie sehen, ich habe mich wohl gehalten.