»Nun, was wollt Ihr noch?« rief der Stellvertreter Ibrahim Paschas, Hassan, aus. »Sagt es schnell, denn es warten noch viele Deputationen draußen.«

»Gerade das ist es,« fuhr Christoph Agoston ermutigt fort, »wir sahen draußen die Nagy-Köröser Deputation und wir bitten Se. Majestät ganz ergebenst, daß er ihr nichts gewähre, was sie auch verlangen möge.«

Der Vertreter des Sultans lachte und interpretierte selbst dem Beherrscher der Gläubigen diese zweite Bitte.

Auch der Beherrscher der Gläubigen lachte über den sonderbaren Wunsch (so etwas kam ihm in der Praxis noch nicht vor) und frug lebhaft, was der Grund davon sei.

Lestyák gab die Antwort: »Nagy-Körös und Kecskemét sind so mit einander wie Mekka und Medina, wie Hund und Katze.«

Der Sultan geriet in eine prächtige Laune, der Dolmetsch interpretierte gleichfalls mit freudestrahlendem Gesicht die Antwort des Herrschers: »Freut Euch! Der gnädige Padischah wird Eure erste Bitte genau überlegen, die zweite vollführen.«

Damit gingen die Kecskeméter in den Hof hinaus, den auf den Einlaß wartenden Köröser Nachbarn »guten Morgen« wünschend.

Nach einigen Minuten schlich sich der Vertraute des Sultans zu ihnen und vertröstete die Senatoren, ihnen auf die Schulter klopfend: »Ihr seid glückliche Spitzbuben! Ihr habt den Sultan ganz gewonnen und ihn erheitert. Kein Zweifel, alles wird geschehen.« Er rieb sich zufrieden die Hände. Es waren ihm nachträglich hundert Dukaten versprochen worden, wenn in Kecskemét eine türkische Behörde installiert wird.

Unter großen Hoffnungen schritten sie draußen auf und ab, die Rede des Oberrichters lobend und das Auftreten Agostons. Herr Agoston selbst war ganz entzückt. »Nicht wahr, daß ich etwas wert bin? Da giebt es doch Verstand, Gevatter?«

Nach ungefähr anderthalb Stunden kam der türkische Vertrauensmann wieder zurück. Zornig schlenkerte er mit der Hand, sein Gesicht war rot vor Grimm wie Paprika. »Nun, Schweine,« schrie er von weitem, »Ihr habt Euer Glück mit Füßen getreten!«