»Was ist geschehen?« rief der Oberrichter hinüber.
»Wir sind in irgend einen Morast gesunken.« Das war in der That kein Wunder. Damals waren die Komitate noch Jungfrauen bezüglich des Straßenbaues. Die Klage, daß man Kot auf Kot häufe und dies Landstraße nenne, hatte damals noch keine Berechtigung, denn man häufte überhaupt gar nichts. Die Ansicht war vorherrschend, »daß die Wagen die Straße selbst machen.« Wo eine Radspur ist, dort sind schon Menschen passiert und wenn sie schon passierten, »dann können auch wir dort wandeln.«
Mit einem Male endete die Radspur und der Wagen saß bis zur Achse im Moraste drin, welcher beim Mondschein einer grünseidenen Wiese glich. Dieses Alföld, welches Petöfi ein offenes Buch nennt, ist eine tolle Gegend. Bei Tage zeigt es mit seiner Fata Morgana das Land als Wasser, des Nachts das Wasser als Land. (Wann soll der Mensch ihm glauben?)
Der Kutscher fluchte, schlug das Pferd, daß die Stränge beinahe rissen, er wußte aber eigentlich nicht, welche Richtung er wählen sollte, wo ein Ausweg sei. Der andere Wagen versuchte in anderer Richtung sein Glück. Auch dieser geriet in den Morast.
»Wir werden hier zu Grunde gehen! Wer kennt den Weg?«
Alle sprangen von den Wagen und begannen zu beraten.
»So viel ist gewiß, daß wir uns bei den ›Höllenteichen‹ befinden,« sagte Herr Poroßnoki. »Es muß irgendwo ein Durchgang sein. Ich habe oft von den Fuhrleuten gehört, daß man zwischen den Seen zum rechten Wege gelangen könne.«
»Aber wo? Wir werden so lange suchen, bis wir versinken.«
»Man muß den alten Marczi aufwecken, der hat schon oft Ochsen nach Pest getrieben, auch in der Zeit des regnerischen Herbstes. Wie, wenn er den Weg kennt? Du, kleiner Pferdejunge, dort im letzten Wagen, wecke deinen Bruder Márton auf.«
Der schlanke Pali brauchte nicht mehr Worte, er schüttelte den schlafenden Alten aus Leibeskräften.