Die Zigeuner des Bürüs strichen die Fiedelbogen mit Kolophonium, kurz, es wurden große Vorbereitungen getroffen, und man hätte vielleicht sogar die großen Glocken geläutet, wenn Herr Poroßnoki nicht bei Czegléd, von seinem richtigen Verstande geleitet, Pali, den schmucken Csikós, auf ein Roß gesetzt und ihm aufgetragen hätte, daheim zu sagen, daß man keine Komödien inszenieren solle, da zur Lustigkeit keine Ursache vorhanden sei.

Der Herold rief große Verstimmung hervor, brummig und ärgerlich sah man gegen Abend aus den Fenstern und hinter den Zäunen den Einzug der Vorsteher mit an. Kein einziges »Eljen« war zu hören, nur die Hunde bellten hinter den Wagen her. Allein es war ja auch besser so, wozu die Schmach noch mästen, da sie ohnedies groß genug war!..

Noch am selben Abende erhielten die Ofner Ereignisse Flügel, man erfuhr, wie die Köröser Kecskemét, das heißt, wie Kecskemét sich selbst »abgekocht« hatte und wie ihnen der Sultan als Entgegnung auf die vielen kostbaren Geschenke und Schätze einen Kaftan hingeworfen.

Schmach und Schande!

Allein wie konnten sie den Mangel an Schamgefühl haben und den Kaftan auch nach Hause bringen? Am nächsten Tage sammelten sich große Mengen vor dem Stadthause; die angeseheneren Bürger gingen in den Saal hinauf, um hier aus amtlichem Munde das Ergebnis der Reise zu vernehmen. So war es nämlich Sitte nach jeder großen Expedition.

Das gewöhnlichere Volk, Weiber und Bursche spektakulirten draußen, schrieen und suchten in unmöglichen Tönen eine Melodie zu dem Verse, der soeben herrenlos auf den Lippen des Pöbels geboren worden war:

»Kecskemét, magst glücklich sein,
Kaisers Kaftan ist ja dein!«

Einige des Weges kommende Großköröser Fuhrleute steigerten noch die Gereiztheit. Tüchtig in ihre Pferde einhauend, schrieen sie der Menge höhnisch zu:

»Hält der Kaftan auch warm?«

Und fürwahr, er heizte den Senatoren dort oben tüchtig ein. Finster saßen sie in ihren Stühlen. Einige, so Herr Inokai, ganz weichherzig und verzagt, nur auf dem schönen Antlitze des Oberrichters leuchteten noch Mut und Trotz.