»Nun wegen meines Sohnes. Ich werde den Armen nach Hause bringen.«
»Wenn wir ihn freilassen.«
»Freilich, freilich,« sagte der Alte stolz, und breitete vor Herrn Putnoki den Brief Ibrahim Paschas aus. »Übrigens wie Euer Gnaden wollen.«
Der Triumvir gab klein bei, als er den Brief des Pascha überflogen hatte; er griff sich sogar an den Hals vor Schrecken, denn der gute Ofner Ibrahim klopfte aus seinem Schreibrohr niemals die Tinte aus, ohne eine kleine Gemütlichkeit in die ernsten Zeilen zu mischen. Auch jetzt standen dort die wenigen Worte: »Ich sehe, daß Euer Hals Euch stark juckt.«
»Das ist etwas anderes,« sagte der Triumvir sich duckend. »Wir gehorchen dem Befehle. Jetzt aber ist es schon spät Abend, auch ist der Kerkermeister nicht hier. Wir werden unseren Bruder morgen früh schon herauslassen.«
Der Schneider ging nach Hause, aber die Morgendämmerung fand ihn schon vor dem Thore des Stadthauses. Es war ein häßliches Wetter, ein großer Nebel ballte sich zusammen und auch der Schnee fiel still herab. Die Stadtherren kamen früh genug herein, besonders Putnoki, der über Nacht einen guten Gedanken gefaßt hatte und sich beeilte, ihn seinen Kollegen mitzuteilen.
»Es wird nicht gut sein, wenn Lestyák auf freien Fuß gesetzt wird. Sein Schädel ist mit viel Verstand und viel Spitzbüberei gefüttert.«
»Ein harter Schädel, das ist wahr, aber mit dem Sandschak Pascha können wir doch nicht Finger ziehen.«
»Das glaube ich auch nicht. Wir lassen ihn frei, ich schicke ihn aber an einen solchen Ort, von welchem er nicht wieder zurückkehrt. Überlassen Sie das nur mir!«
Die Gassen bevölkerten sich ungewöhnlich früh. Die Bewohner beförderten teils in Karren, teils in Schiebkarren ihre Sachen auf die naheliegenden Tanyen.