Der nächste Tag kam und auf Befehl des Kaisers mußten sich alle Polizisten in der Halle versammeln um, wie der Kaiser beabsichtigte, sie für immer ihres Dienstes zu entlassen. Er herrschte die Leute denn auch recht unfreundlich an und wandte sich dann an jenen jungen Polizisten, indem er ihn höhnisch fragte, ob das Wunder geschehen sei.
„Ich glaube ja!“, erwiderte dieser.
„Er ist total verrückt oder unverschämt frech!“ rief da der Kaiser. „Glaubt er denn, ich kann nicht sehen? Da hängt doch der Beutel!“
„Ich sehe,“ erwiderte der Gescholtene, „daß dort wohl ein Beutel hängt, ob es aber der wirkliche ist, möchte ich bezweifeln!“
„Das ist denn doch zu stark!“ schrie der Kaiser. „Holt den Beutel herunter und bringt ihn her!“ befahl er der Wache.
Der Beutel wurde abgenommen und dem Kaiser gebracht, der ihn öffnete, aber ein ganz verwundertes Gesicht machte, als er nur Steine in dem Beutel fand und beim genaueren Sehen erkannte, daß es gar nicht der frühere Beutel war.
„Kerl, wie hat er das fertig gebracht?“ fragte er den listigen Mann. Dieser erzählte, wie er einen gleichen Beutel angefertigt und diesen dann in des Kaisers Gegenwart vertauscht habe.
„Bist ein verteufelt schlauer Bursche!“ sagte dann der Kaiser. „Und da du mir der Klügste von allen zu sein scheinst, sollst du deren Oberster sein und ich will sie nicht entlassen. Sorge dafür, daß deine Leute ihre Pflicht tun und dir nacheifern!“ Und so geschah es!
1. Koreanischen Ursprungs. Wurde deshalb in diese Sammlung mit aufgenommen, da Korea 1910 Japan einverleibt wurde und jetzt unter dem Namen „Chosen“ eine japanische Provinz ist. Obige Erzählung erinnert an den „listigen Dieb“ aus „1001 Nacht.“
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