Als der Mann ihr aber erzählte, wie es ihm ergangen sei, da wurde sie sehr neugierig und beide öffneten den Kasten.

Man denke sich die Freude! Der Kasten war bis obenan mit Gold und Edelsteinen und kostbaren Dingen gefüllt. Nun hatte alle Not ein Ende. Der Alte mußte nochmals sein Erlebnis ganz genau erzählen. Als die Frau hörte, daß er von den beiden Kästen den kleineren gewählt habe, da wurde sie ganz bleich vor Ärger und Wut und schrie den Alten an: „Du bist und bleibst ein dummer Kerl! Nein solche grenzenlose Dummheit ist mir noch nie vorgekommen, einen kleinen Kasten zu nehmen, wenn du einen großen erhalten kannst. Gleich trägst du den Kasten zurück und holst den größeren!“

„Dann wäre ich wirklich dumm“, erwiderte der Alte, „das, was wir jetzt haben, reicht für unser Leben aus, ja, es ist mehr als zuviel. Was sollen wir mit noch größerem Reichtum. Ich bin vollständig zufrieden und glücklich!“

Da wurde die Frau noch böser und rief: „Dann sei du es, ich will aber den großen Kasten unbedingt haben und werde ihn mir selbst holen!“

Kaum hatte sie dieses gesagt, da war sie auch schon zum Hause hinaus und auf dem Wege zum Sperlingsheim.

Am Gebüsch angekommen, stand wieder der kleine Sperling da.

„Führe mich zu deinem Vater!“ herrschte sie ihn an.

„Komm!“ erwiderte kurz der Sperling und hüpfte voran.

Im Sperlingsheim waren nur noch wenige Sperlinge anwesend. Der Sperling, dem die Frau die Zunge abgeschnitten hatte, empfing die Frau und sagte zu ihr: „Ich weiß schon, warum du kommst. Doch erst setze dich und erhole dich von deinem Wege!“

Sie wurde ins Haus geführt und mußte sich setzen, dann brachte man ihr allerlei Essen und Getränke in geschlossenen Schüsseln.