Die Gattung Unio ist von den Conchyliologen in eine große Menge von Subgenera zerlegt worden, die sich jedoch auf die fossilen Formen kaum anwenden lassen. Die ältesten echten Unionen finden sich in Süßwasserablagerungen des permischen Systems von Texas; ferner im oberen Jura (lusitanische Stufe) von Portugal; in Purbeck- und Wealdenschichten, sowie in den Atlantosaurus Beds von Colorado, Wyoming und Montana. Sie werden zahlreicher in der oberen Kreide von Europa und Nordamerika und im Eocän; erlangen aber ihre Hauptentwicklung erst in der sogen. levantinischen Stufe von Slavonien, Kroatien, Rumänien und Griechenland, wo namentlich Formen von amerikanischem und chinesischem Gepräge vorkommen.
Fig. 639.
Unio Stachei Neumayr. Kongerienschichten. Sibinj, Slavonien. (p und x Hilfsmuskeleindrücke.)
Anodonta Cuvier. Sehr dünnschalig. Schloßrand zahnlos. Eocän bis jetzt, weniger häufig als Unio.
Spatha Lea. Obere Kreide und jetzt.
Die Gattungen Castalia Lam., Mycetopus d'Orb., Mutela Scopoli (Iridina Lam.), Leila Gray etc. sind fossil nicht nachgewiesen.
4. Familie. Trigoniidae. Lam.
(Schizodonta Steinmann.)
Schale gleichklappig, oval dreieckig bis viereckig. Wirbel weit nach vorne gerückt, meist rückwärts gekrümmt, dahinter das kurze äußere Ligament. Oberfläche glatt oder reich verziert. Linke Schale mit einem plumpen, dreieckigen, häufig gespaltenen (schizodonten) Kardinalzahn und zwei leistenförmigen, divergierenden Seitenzähnen. Rechte Klappe mit zwei ⋀förmig divergierenden Kardinalzähnen. Die Schloßzähne häufig seitlich quer gerieft. Muskeleindrücke kräftig. Schale innen perlmutterglänzend. Die Mantellappen getrennt. Siphonen fehlen. Fuß scheibenförmig, mit Medianfurche. Vier ungleich große Kiemenblätter. Devon bis jetzt. Hauptverbreitung in mesozoischen Ablagerungen. Die ältesten Vertreter dieser Familie zeigen große Übereinstimmung mit den Astartiden.