Fig. 1018.
Unterkiefer von Nautilus Pompilius von der Seite.
Hinter dem Kopf auf der Außenseite befindet sich ein sehr dickes, muskulöses, zusammengerolltes Blatt (d), dessen äußere Ränder übereinandergeschlagen sind und das sich nach vorne verengt, nach hinten erweitert. Dieser sogenannte Trichter liegt unter der Atemhöhle und entspricht dem Fuße der Gastropoden. Er dient zum Ausstoßen von Wasser und treibt dadurch das schwimmende Tier von der Stelle. An der Basis der seitlichen Tentakeln befindet sich jederseits ein großes, kurzgestieltes Auge, und inmitten der Tentakelkränze die Mundhöhle mit fleischiger Zunge, deren Radula mehrere Reihen von Platten und Häkchen besitzt. Die ungewöhnlich kräftigen Kiefer (Fig. [1017], [1018]) bestehen im wesentlichen aus dunkler Hornsubstanz, nur die Spitzen sind verkalkt. Solche verkalkte Kieferspitzen finden sich nicht selten fossil in Trias, Jura und Kreideablagerungen, bald noch innerhalb oder neben Nautilus-Schalen, bald auch isoliert. Die des triasischen Temnocheilus bidorsatus wurden unter der Bezeichnung Rhyncholithes und Conchorhynchus (Fig. [1019], [1020]), die jurassischen und cretaceischen als Rhynchoteuthis (Fig. [1021]) und Palaeoteuthis d'Orb. beschrieben.
Fig. 1019.
Oberkiefer von Nautilus (Temnocheilus) bidorsatus Schloth. (Rhyncholithes hirundo Faure-Biguet). Muschelkalk. Laineck bei Bayreuth.
a Vom Rücken, b von der Seite, c von innen.