Fig. 1248.

Isochilina gigantea. F. Roemer. Silur-Geschiebe. Lyck, Ostpreußen. 2/3 nat. Gr. (Nach F. Roemer.)

Fig. 1249.

Beyrichia tuberculata Klöden. Silur-Geschiebe. Mark Brandenburg.

Die Bestimmung der fossilen Ostracodenschälchen bietet wegen ihrer gleichartigen Gestalt und Verzierung und wegen ihrer meist sehr geringen Größe erhebliche Schwierigkeiten; auch lassen sich die fossilen Formen schwer in die für recente Ostracoden aufgestellten Familien einfügen, weil letztere meist auf Merkmale des Tieres basiert sind, die in der Schale nicht zum Ausdruck kommen.

Schon in kambrischen Ablagerungen finden sich mehrere Gattungen [Primitia Jones (Fig. [1246]), Leperditia Rouault (Fig. [1247]), Entomidella Jones, Lepidilla, Isoxys Walcott]. Die beiden ersteren haben ihre Hauptverbreitung im Silur und gehen bis ins Karbon herauf. Leperditia zeichnet sich durch ungewöhnliche Größe, etwas ungleichklappige glatte und glänzende Schale aus und wird öfters von der verwandten Gattung Isochilina Jones (Fig. [1248]) begleitet. Außerordentlich häufig ist im Silur Beyrichia M'Coy (Fig. [1249], [1250]) mit kleiner halbkreisförmiger Schale, auf welcher sich mehrere rauhe Höcker erheben. Im Devon nimmt die Gattung Entomis Jones (Cypridina auct.) (Fig. [1251], [1252]) mit winzig kleiner, durch eine Querfurche ausgezeichneter, sonst aber glatter Schale die erste Stelle ein und erfüllt zuweilen ganze Bänke des oberdevonischen »Cypridinenschiefers«.

Reich an Ostracoden ist stellenweise der Kohlenkalk; doch finden sich hier meist nur kleine, glatte oder mit Höckern versehene Gattungen, wie Cypridina M. Edw. (Fig. [1253]), Cypridella de Kon. (Fig. [1254]), Cyprella de Kon. (Fig. [1255]), Entomoconchus M'Coy, Cypridellina J. K. B. u. A. Die älteste Süßwasserform (Palaeocypris Brongt.) wurde in der produktiven Steinkohlenformation von Saint-Etienne nachgewiesen.