Sehr spärlich kommen fossile Reste von Mantiden und Phasmiden im Tertiär vor, dagegen sind die Acrididen (Feldheuschrecken), Locustiden (Laubheuschrecken) und Grylliden (Grabheuschrecken) vom Lias an bekannt und namentlich im Tertiär ziemlich verbreitet (Fig. [1381]). Eine große Locusta speciosa Mstr. findet sich im lithographischen Schiefer von Bayern; auch Pygolampis gigantea (Chresmoda obscura) wird von Haase als ein Vorläufer der Mantiden und Phasmiden angesehen.
Fig. 1381.
Gryllus macrocerus Germ. Bernstein. Ost-Preußen. 3/2. (Nach Germar.)
3. Ordnung. Neuroptera. Netzflügler.
Beide Flügelpaare groß, dünn, netzförmig geädert, fast gleich. Fühler einfach. Metamorphose vollständig oder unvollständig.
Wie bei den Orthopteren, zeichnen sich auch hier die paläozoischen Formen durch geringere Differenzierung aus und werden von Scudder Neuropteroidea genannt. Die ältesten Vertreter dieser Ordnung finden sich im Devon von Neu-Braunschweig (Lithentomum, Xenoneura, Homothetus Scudder). Aus der Steinkohlenformation von Commentry, Saarbrücken, Böhmen, Sachsen, Großbritannien und Illinois kennt man eine ganze Reihe zum Teil schön erhaltener Reste aus den Gattungen Acridites, Palingenia, Genopteryx, Genentomum, Propteticus (Fig. [1382]), Strephocladus, Lithomantis (Fig. [1383]), Lithosialis, Brodia, Chrestotes, Hemeristia, Gerarus, Meganthotemum etc.