Uintatherium Leidy (Dinoceras Marsh, Octotomus Cope) (Fig. [705], [706]). Die Protuberanzen auf den Nasenbeinen klein, vertikal, die porösen Knochenkämme auf den Scheitelbeinen hoch, über den Condylen des Unterkiefers. Dem mächtigen oberen Eckzahn entspricht am Unterkiefer ein nach unten vorspringender, breit gerundeter Fortsatz. Die oberen und unteren M und P besitzen zwei nach innen konvergierende Querjoche. Das Gehirn ist winzig klein. Becken und Extremitäten weisen infolge gleicher Funktion große Übereinstimmung mit den Proboscidiern auf. Die Hinterbeine sind etwas länger als die Vorderbeine. Die Füße fünfzehig. Mehrere Arten im Eocän von Wyoming.
Loxolophodon Cope (Tinoceras Marsh). Ähnliche, aber Nasenprotuberanzen stärker, schief nach vorne gerichtet, die Scheitelkämme hinter die Condyli reichend.
| Zeitliche Verbreitung der Ungulata. | |||||||||||||||||||||||||||
| Unt. Eocän | Mittl. Eocän | Ober. Eocän | Oligocän | Unt. Miocän | Mittl. Miocän | Ober. Miocän | Unt. Pliocän | Ober. Pliocän | Pleistocän | Gegenwart | |||||||||||||||||
| Condylarthra | |||||||||||||||||||||||||||
| Mioclaenidae | |||||||||||||||||||||||||||
| Periptychidae | |||||||||||||||||||||||||||
| Phenacodontidae | |||||||||||||||||||||||||||
| Meniscotheriidae | |||||||||||||||||||||||||||
| Pleuraspidotheriidae | |||||||||||||||||||||||||||
| Litopterna | |||||||||||||||||||||||||||
| Bunolitopternidae | |||||||||||||||||||||||||||
| Macraucheniidae | |||||||||||||||||||||||||||
| Proterotheriidae | |||||||||||||||||||||||||||
| Adiantidae | |||||||||||||||||||||||||||
| Perissodactyla | |||||||||||||||||||||||||||
| Tapiridae | |||||||||||||||||||||||||||
| Rhinoceridae | |||||||||||||||||||||||||||
| Equidae | |||||||||||||||||||||||||||
| Titanotheriidae | |||||||||||||||||||||||||||
| Chalicotheriidae | |||||||||||||||||||||||||||
| Artiodactyla | |||||||||||||||||||||||||||
| Suidae | |||||||||||||||||||||||||||
| Elotheriidae | |||||||||||||||||||||||||||
| Leptochoeridae | |||||||||||||||||||||||||||
| Hippopotamidae | |||||||||||||||||||||||||||
| Anthracotheriidae | |||||||||||||||||||||||||||
| Anoplotheriidae | ? | ||||||||||||||||||||||||||
| Dichobunidae | |||||||||||||||||||||||||||
| Xiphodontidae | |||||||||||||||||||||||||||
| Caenotheriidae | ? | ||||||||||||||||||||||||||
| Oreodontidae | |||||||||||||||||||||||||||
| Camelidae | |||||||||||||||||||||||||||
| Tragulidae | |||||||||||||||||||||||||||
| Hypertragulidae | |||||||||||||||||||||||||||
| Cervicornia | |||||||||||||||||||||||||||
| Antilocapridae | |||||||||||||||||||||||||||
| Cavicornia | |||||||||||||||||||||||||||
| Amblypoda | |||||||||||||||||||||||||||
| Pantolambdidae | |||||||||||||||||||||||||||
| Coryphodontidae | |||||||||||||||||||||||||||
| Dinoceratidae | |||||||||||||||||||||||||||
8. Ordnung. Notoungulata. Santjago Roth[162]
Ausgestorbene, auf Südamerika beschränkte, plantigrade bis semidigitigrade, fünf- bis dreizehige Pflanzenfresser mit flachem, niedrigem Schädel, breiter Stirne und breitem Hinterhaupt. Jochbogen kräftig, hinten bis zur Supraoccipitalcrista verlängert, Nasalia breit, Nasenöffnung in der Regel endständig. Orbita groß, nur unvollständig von den Schläfengruben getrennt, Mastoidregion meist stark ausgedehnt. Unterkiefer hoch und massiv, meist mit fester Symphyse. Gebiß in der Regel vollständig, meist ohne Zahnlücken, häufig die vordersten J vergrößert, die übrigen J sowie C, P und M allmählich ineinander übergehend. Zähne brachyodont bis hypselodont, prismatisch. Obere M mit Außenwand — Ectoloph, langem schrägen Vorjoch — Protoloph und kurzem geraden Nachjoch — Metaloph. Untere M aus zwei ungleich großen Halbmonden und zwei Innenpfeilern bestehend. Carpalia alternierend, frei, Centrale fehlend. Astragalus mit schmaler, öfters ausgefurchter Trochlea und konvexem Naviculargelenk. Fibula stets am Calcaneum artikulierend. Endphalangen als stumpfe, kleine Krallen oder als Hufe oder als kräftige, gespaltene Klauen entwickelt.
Die Notoungulata vereinigen in ihrem äußeren Habitus viele Merkmale der Hyracoidea mit solchen der Nager. Die Ähnlichkeit äußert sich namentlich in der Breite und Ebenheit des Schädeldaches, in der kräftigen Ausbildung der Jochbogen, in der Breite des Hinterhaupts, in der Lage und Größe der Orbiten, in der Höhe der Unterkiefer und in der Vergrößerung der vordersten J. Auch die einzelnen Knochen sind jenen der Hyraciden und mancher Nager nicht unähnlich. Bei näherer Betrachtung ergeben sich jedoch fundamentale Unterschiede. So sind die J im Gegensatz zu denen der Nager nicht seitlich, sondern von vorne nach hinten komprimiert und die Zahnzahl erleidet nur geringe Reduktion. Von den Hyracoiden unterscheiden sich die Notoungulata durch die alternierende Anordnung der Carpalia, durch die Artikulation der Fibula mit dem Calcaneum, durch die einfache seitliche Gelenkung des Malleolus der Tibia am Astragalus, und vor allem ist das Gebiß der Hyracoidea ursprünglich bundont, und die später entstehenden beiden Joche der oberen M, sowie die beiden Halbmonde der unteren M sind stets gleichgroß, während bei den Notoungulaten der Metaloph der oberen und der vordere Halbmond der unteren M stets viel kleiner ist als der Protoloph und der hintere Halbmond.
Den Molaren der Notoungulata (Fig. [707]) liegt ein trituberkulärer bzw. tuberkulärsektorialer Bauplan zugrunde. An den oberen M verbinden sich die beiden Außenhöcker sehr innig zu einer Außenwand — Ectoloph, der vordere Innenhöcker — Protocon, wird zu einem langen schrägen Protoloph und der Hypocon zu einem kurzen geraden Metaloph. Sehr häufig bilden sich an diesen M auch Crista- oder Crochet-ähnliche Sporne und am Vorderrand entwickelt sich ein Parastyl, so daß die Zähne eine gewisse Ähnlichkeit mit den oberen M von Rhinoceros erlangen. Am Hinterrand kann sich aus einem besonderen Pfeiler noch ein weiteres Joch entwickeln. Bei den primitiveren Formen sind die M bedeutend breiter als lang. Die unteren M bestehen aus je zwei äußeren Halbmonden, von denen der vordere viel kürzer ist als der hintere, und aus zwei mehr oder weniger komprimierten Innenhöckern gebildet wird, von welchen sich der vordere mit dem Hinterende des ersten Halbmondes innig verbindet, während der hintere dem zweiten Halbmond gegenüberliegt und häufig gänzlich isoliert bleibt. Mit den M der Litopterna haben diese M zwar die ursprüngliche Anlage gemein, aber es geht ihnen kein eigentliches Bunodontenstadium voraus.
Fig. 707.