4. Familie. Cynopithecidae. Hundsaffen.

2.1.2.3.2.1.2.3. M oben und unten vierhöckerig, Höcker paarig opponiert. Außenhöcker von den Innenhöckern bald durch eine Längsfurche getrennt, bald durch Querjoche verbunden. M3 mit drittem Lobus. P2 zweihöckerig, unterer P3 vergrößert. Schnauze vorspringend, häufig verlängert. Extremitäten plantigrad. Arme und Beine fast gleich lang. Schwanz meist lang.

Die lebenden Cynopitheciden zerfallen in die altweltlichen Paviane, Makak, Meerkatzen, Stummel- und Schlankaffen. Sie gehen fast immer auf allen Vieren, treten mit der ganzen Sohle auf und haben meist einen langen Schwanz, sowie Backentaschen und Gesäßschwielen. Die in Europa, Asien und Afrika fossil vorkommenden Formen schließen sich ziemlich enge an lebende Gattungen an.

Oreopithecus Gervais. Eckzähne oben und unten schwach. Obere M gleich groß, mit zwei Paar opponierten, durch eine mediane Längsfurche getrennten, konischen Höckern und starkem Basalband. Die oberen P mit hoher Außen- und kräftiger Innenspitze. Untere M schmäler als die oberen mit zwei Höckerpaaren und unpaarem Hinterhöcker, der an M3 sehr groß ist. Unterpliocän. Monte Bamboli, Toscana. O. Bambolii Gerv.

Cynocephalus Lacépède. Pavian. Lebend in Afrika und Arabien. Fossil in den Siwalikschichten von Ostindien C. (Semnopithecus) subhimalayanus Mey. sp. C. Falconeri Lyd. und in pleistocänen Knochenhöhlen von Madras.

Semnopithecus Cuv. Lebend in Südostasien. Fossil im Pliocän von Montpellier und von Casino in Toskana S. monspessulanus Gerv., in den Siwalikschichten von Indien S. palaeindicus Lyd., im Pleistocän von Madras S. entellus Düf.

Mesopithecus Wagner. Schädel und Gebiß wie bei Semnopithecus, Skelett plumper, Macacus ähnlicher. C beim Männchen viel stärker als beim Weibchen. Schwanz lang. M. Pentelici Wagner aus dem Unterpliocän von Pikermi bei Athen, Baltavar (Ungarn) und Maragha (Persien) ist der häufigste und am vollständigsten bekannte fossile Affe.

Dolichopithecus Depéret. Ähnlich Semnopithecus, jedoch Schnauze länger und Extremitäten kürzer und plumper. Im Pliocän von Perpignan D. ruscinensis Dep.

Zeitliche und räumliche Verbreitung der Primaten.
AfrikaEuropaAsienNordamerikaSüdamerika
JetztzeitSchimpanse Gorilla Cynopithecidae Lemuridae Chiromyidae GalaginaeMacacusSimia Hylobates Cynopithecidae Lorisinae Tarsiidae
?
Cebidae Hapalidae
PleistocänMacacus Cynocephalus Megaladapis Lemur Palaeopropithecus Archaeolemur Bradylemur HadropithecusMacacusPithecanthropus Semnopithecus Cynocephalus Cebus
Mycetes
Eriodes Callithrix Hapale
Pliocän Anthropodus Dryopithecus Dolichopithecus Macacus Semnopithecus Mesopithecus OreopithecusPalaeopithecus Macacus Semnopithecus Cynocephalus
Miocän ? Dryopithecus Pliopithecus Homunculus Anthropops? Eudiastatus? Pitheculus?
OligocänPropliopithecus Parapithecus Moeripithecus
Eocän Adapis Caenopithecus Cryptopithecus Pronycticebus Necrolemur Microchoerus Notharctus Pelycodus Anaptomorphus Omomys Washakius Trogolemur

Macacus Lacépéde (Inuus Geoffroy, Aulaxinuus Cocchi). Obere M niedrig, vierseitig mit zwei Paar konischen oder kantigen, bald durch eine Längsfurche getrennten, bald durch Joche verbundenen Höckern. P mit Außen- und Innenhöcker. Untere M wie die oberen, nur schmäler. C beim Männchen sehr kräftig. M. (Inuus) ecaudatus Geoffr. ist der einzige in Europa (Gibraltar) lebende Affe. Die übrigen Arten sind weit verbreitet im südlichen und östlichen Asien und bewohnen zum Teil Gebirge — Tibet, Himalaya, Japan. — Im Pliocän von Montpellier M. priscus Gerv., im Pliocän des Val d' Arno M. (Aulaxinuus) florentinus Cocchi. In den Siwalikschichten von Ostindien M. sivalensis Lyd. und im Pleistocän von Java, M. (Inuus) nemestrinus var. saradana Deninger. Aber auch im europäischen Pleistocän haben sich Überreste von Macacus gefunden. Im Heppenloch bei Kirchheim in Württemberg M. (Inuus) suevicus Hedinger, in einer Höhle bei Montsaunès (Haute Garonne) fand Harlé einen Unterkiefer zusammen mit Resten von Hyaena striataM. tolosanus Harlé, und kürzlich fand Forsyth Major zahlreiche Kiefer bei Cap Faro auf Sardinien. Aus dem Pleistocän von Algerien stammt Macacus trarensis Pomel.