Was sollte diese Leute an der Scholle halten, wenn ihr Erwerb spärlicher floss und der Wettbewerb um die private Mildtätigkeit zu gross wurde? Auch hier geben die Frankfurter Steuerlisten erwünschten Aufschluss. Oft genug fanden die Bedemeister die Quartiere der steuerpflichtigen Frauen leer. »Recessit«, »Ist enweg«, »Ist davon gelauffen«, »Ist gangen bedeln«, wird dann wohl lakonisch hinter dem Namen bemerkt: niemand weiss, wohin sie gekommen. Dass sich aus derartigen Elementen die Schwärme der Fahrenden vielfach rekrutierten, unterliegt kaum einem Zweifel. Oft mag freilich auch die Scheu vor der Arbeit an der Spindel oder auf dem Felde, die Lust an einem ungebundenen Leben ausschlaggebend gewesen sein. In einem Volksliede[51] dieser Zeit fragt eine Mutter ihre Tochter:

»Och metgen, wat hait dir der rocken gedain,

dat du niet me machs spinnen?

du suist in over die aesselen an

recht wolstu mit eime kinge.«

Und die Tochter antwortet:

»Och moder, ich haven ein eit gesworn,

dat ich niet me mach spinnen,

ich haven ein lantsknecht lef und wert,

licht mir in minen sinnen.