Martha Böhle zuckte schnippisch die Achseln. »Für siebzig Mark bleibe ich.«
Direktor Hermann lachte amüsiert. »Wenn ich Sie Ihrem Mundwerk nach bezahlen müßte, wären Sie unbezahlbar. Also meinetwegen siebzig. Und wann können Sie eintreten?«
»Sofort,« antwortete Martha schnell.
»Also nächsten Montag!« verbesserte der Direktor sie. Und plötzlich wieder streng geschäftlich werdend, sagte er kühl: »Sie werden den Kontrakt schriftlich erhalten. Geben Sie Ihre Adresse unten in der Korrespondenz an! Zimmer neunzehn! Daß Damen nicht in die Pensionsanstalt der Bank aufgenommen werden, dürfte Ihnen bekannt sein. Melden Sie sich Montag früh acht Uhr im Wechselbureau!«
Damit war sie entlassen.
»Adjö, Herr Direktor,« sagte sie. Und zu Direktor Birron gewendet, nochmals: »Adjö!«
Birron murmelte, ohne von seiner Beschäftigung aufzublicken: »Es wird schon recht sein, Herr Kollege! Meinetwegen!«
Als Martha die Treppe hinunterging, begegnete ihr Wittmann. Er wollte gerade ins Effektenbureau hinüber. Man hatte ihm von dort einen verkehrten Coupon geschickt, da gab es etwas zu schimpfen, und das besorgte er gern selbst.
»Bitte sehr,« sagte er galant, nachdem er beim Anblick Marthas die Weste selbstgefällig zurechtgezupft hatte, und schmiegte sich schmal an die Wand, um sie bequemer vorbeigehen zu lassen.
Sie nickte ihm flüchtig Dank und ging weiter.