»Awwer Kättche«, verteidigte sich Adolf, »awwer Kättche, ich habb doch noch fimf Däg Urlaub! Was solle se dann von merr denke, wann ich mitte in meiner Hochzeitsreis zurickkomm!«

»Die wern schonn sowieso wisse, was se von Derr zu denke hawwe! Bildste
Derr vielleicht ei', ich will Dich die fimf Däg hier erumlungern hawwe?
Zum Nixdhun haww ich Dich net geheierat!«

Und plötzlich im Ton umschlagend fing sie an zu jammern: »O Gott, ich unglicklich Fraa! Prinze unn Korferschte hätt ich hawwe könne, unn so en Schlappschwanz, so'n draurige, muß ich nemme!«

Adolf wartete nicht, bis der Ton zum zweiten Mal umschlug und wieder die keifende Roheit zum Vorschein kam. Er ging hinaus, setzte seine Mütze auf und lief ins Geschäft.

Und als er vor dem Geschäftshaus stand und in die großen Schaufenster blickte, in denen die Modellpuppen standen, die er so oft abgestaubt hatte, da war ihm, als sei dieses Haus seine eigentliche Heimat, als sei #hier# seine Familie, und sein Heim bei Katharina sei nur eine Schlafstätte, in der er aus Mitleid geduldet wurde.

Er ward beinahe gutgelaunt, als er vor den erstaunten Herrn Schröder hintrat, um sich zurück zu melden. Er freute sich auf die erlösende Arbeit.

Und es ging ihm durch den Kopf: »Die Arweit is doch des wahre Baradies! Unn die ganz Geschicht mit dem Ebbelbaam, die glaaw ich iwwerhaapts net! Die Sach werd ganz annerschter gewese sei'. Der Adam-selig hat sich aafach #gelangweilt# in dem baradiesische Palmegarte unn hat zum liewe Gott gesacht: »Mensch«, hat'r zum liewe Gott gesacht, »Mensch, ich komm um vor Langweil! Schmeiß mich enaus aus dem Garte, odder ich vertrampel Derr 's Gras!« Unn weil der liewe Gott e gescheider Mann is, hat er erwiddert: »Adamche, ich will Derr e Uniwersalmedizin erfinne gege die Langweil unn gege jeddes Unbehage unn jedde Unzufriddenheit!« Unn er hat die #Arweit# erfunne. Unn da war die Schöpfung erscht richtich fertich!«

»No??« sagte Herr Schröder. »No, schonn widder zurick? Was is dann?«

»Ach, wisse Se«, meinte Adolf verlegen, »es war so schleecht Wetter, da bin ich liewer widder haam!«

»Hm!« machte Herr Schröder bedenklich. »Hm … ich habb immer gemaant, bei Regewetter liebt sich's am scheenste!«