»Du bist ein Affe!« wiederholte Jim Boughsleigh. »Was dich die verdammten Deutschen angehen? Sehr viel gehen sie dich an! Weißt du denn nicht, daß die Deutschen die verbissensten Feinde der Hindus sind?«

Das war mir neu. Ich habe einmal als Boy bei einem deutschen Reisenden gedient, er hat mir ein ausgezeichnetes Zeugnis gegeben und ich habe für seine goldene Uhr fünf Rupien bekommen; auch hat er mir im Laufe eines Monats nur siebzehn Fußtritte gegeben, während ich durchschnittlich von den Engländern die doppelte Portion in einer Woche erhalte, — nein, ich hatte damals nichts gegen die Deutschen.

»Wieso sind die Deutschen die Todfeinde des Hindus?« frug ich nach einigem Nachdenken.

»Trink noch einmal!« gab mir Jim Boughsleigh zur Antwort und zwang mir die Flasche in die Hand, nachdem er selbst längere Zeit daran gesogen hatte. »Trink, Junge, aber nicht solche Säuglingsschlucke, sondern ordentlich! — Weshalb die Deutschen deine Feinde sind? Eine verdammt dumme Frage!«

Ich fand, daß dies eigentlich weit mehr eine verdammt dumme Antwort sei, und schwieg.

Jim Boughsleigh qualmte eine dicke Wolke aus seiner Pfeife. Seine langen Beine baumelten in das Wasser des Teiches, aber sein Zustand war bereits so heilig geworden, daß er es nicht bemerkte. Er spuckte noch einmal aus und sagte:

»Die Deutschen wohnen weit, weit von hier in einem eisig kalten Land. Es ist dort so kalt, daß sie alle erfrieren müßten, wenn sie nicht — hm — (Jim bohrte sich in der angebrannten Nase) — wenn sie nicht Menschenfleisch fräßen!«

Mich erfaßte ein Schauder ob solcher Freveltat.

»Bleib nur sitzen,« ermahnte mich Jim. Er griff sich mit der Rechten krampfhaft in die Magengegend, stöhnte leise: »O, mich is very hundsmiserabel,« und fuhr mit erhobener Stimme fort: »Ja, Menschenfleisch frißt die Bande! Und willst du wissen, was für Menschenfleisch?«

Natürlich wollte ich das wissen. »Engländerfleisch?« schrie ich entsetzt.