Ich schlich ein paarmal um das Haus der Witwe, wobei ich das Heulen eines wilden Hundes so natürlich nachahmte, daß Malatri zu fauchen begann.

Als sich im Hause nichts regte, kletterte ich zu einem Fenster des dunklen ersten Stockwerks empor und drückte die Scheibe ein. Das Klirren des Glases übertönte ich wieder durch Hundegebell.

Der Dämon in meinem Kopf schien kein Freund von Kletterübungen zu sein, denn er wurde wieder ungemütlich. Aber ich hatte jetzt Besseres zu tun, als mich mit ihm auseinanderzusetzen.

Ich war in einen finsteren Raum eingestiegen. Vorsichtig lauschend kroch ich auf dem Boden vorwärts, wobei ich den Sack mit Malatri vor mir herschob. Zwischen meine Zähne hatte ich ein langes Messer geklemmt.

Nichts rührte sich.

Ich gelangte auf eine finstere Treppe, huschte langsam, ganz langsam empor und geriet auf einen Gang, auf dem ein Schrank stand. Durch einen Türspalt drang ein Lichtschimmer: hier war also das Schlafzimmer der Lady.

Ich hatte erwartet, vor der Schlafzimmertüre, wie es Sitte ist, als Wache einen schlafenden Hindu zu finden — er fehlte. Wahrscheinlich stahl er gerade irgendwo in der Nachbarschaft.

Nun galt es zu handeln. Ich kniete am Boden nieder und begann unten an der Türe ein Loch mit dem Messer zu schaben, breit genug, um Malatri, die Brillenschlange, hindurchschlüpfen zu lassen. Ich glaube nicht, daß irgendwer diese Arbeit so sicher und geräuschlos zu vollbringen imstande ist, denn schwerlich wird jemand eine so gute Schule genossen haben, wie ich sie bei meinem ehrwürdigen Vater genoß.

Von Zeit zu Zeit hielt ich in meiner Arbeit inne und lauschte — niemand beobachtete mich.

O welch ein Irrtum! Und doch beobachtete mich einer, und das war der Whiskydämon in meinem Kopfe, der beschlossen hatte, mir einen niederträchtigen Streich zu spielen.