Diese Auskunft erfreute uns doppelt, weil ein seltsames Gerücht in Bombay die Runde machte. Einer erzählte es dem andern, und als die englische Regierung es gar dementierte, wußte jeder, daß es wahr sei.
Es hieß nämlich, draußen auf dem Meere huschten Schiffe der deutschen Dämonen, kleine Kreuzer, und sie führten spitze, eiserne Fische mit sich an Bord, die sie unter Blitz und Donner gegen die feindlichen Schiffe anschwimmen ließen. Die Fische aber fräßen sich mit der Schnelligkeit eines Wetterleuchtens durch die dicksten Schiffswände hindurch und platzten von diesem Fraße. Und rissen bei diesem Platzen alles mit sich in die Luft.
Die Ahnung eines solchen Schicksals aber muß einen jeden frommen Hindu mit Grauen erfüllen, denn wie kannst du einen Leichnam verbrennen, der auf dem Meeresgrund liegt?
Wir dankten deshalb den Göttern, als wir erfuhren, daß wir nicht über das Meer zu fahren brauchten.
Während der ersten Wochen unserer Übungen in der europäischen Kriegskunst durften wir die Kaserne nicht verlassen. Vielleicht fürchteten die Engländer, daß wir ebenso freiwillig, wie wir in ihr Heer eingetreten waren, auf unseren Spaziergängen wieder aus dem Heer austreten würden. Als sie aber glauben mochten, unseres Gehorsams sicher zu sein, ließen sie uns für die Dauer etlicher Abendstunden in die Stadt hinab.
Zuvor aber ließen sie uns auf die Treue gegen ihren König vereidigen. Wir mußten uns auf dem Hofe aufstellen, ein Brahmane sprach in unseren Dialekten die Eidesformel vor, die wir unter unseren Zeremonien bekräftigten. Und ich glaube, wenn die Engländer die Eidesformel verstanden hätten, die uns der Brahmane vorsagte, hätten sie ihn am höchsten Galgen aufgeknüpft.
Wir aber befolgten die goldene Regel, feierlich ernst zu bleiben, wenn uns das Lachen kitzelt, und so ging die Vereidigung ohne Zwischenfall vorüber.
Die Engländer waren sogar sehr zufrieden mit unserer Eidesleistung. Wenigstens hörte ich beim Wegtreten, wie ein Kolonel zum andern sagte: »Der Eid war das reinste russische Ehrenwort!«
Nach uns wurden die mohammedanischen Truppen vereidigt, aber ich ersparte mir den Anblick, denn in meinen Augen gelten die Bekenner Mohammeds als ebenso unreine Rasse wie die Weißen.
Zunächst verschmähte ich es, von der Erlaubnis des Ausgangs Gebrauch zu machen. Ich war des Abends müde, auch fühlte ich keine Sehnsucht, Menschen vom Schlage Jim Boughsleighs zu begegnen. Ich brachte meine freie Zeit mit Beten und Nachdenken zu.