Sie wandte sich wieder ihrem Strickstrumpf zu, — ich war endgültig in Ungnade gefallen.

»Ein Inder sagtest du, Walter?«

»Ja, und was für einer! Unglaublich, so einen Kerl überhaupt in europäisches Klima zu verschicken! Hochgradig tuberkulös. Und jetzt noch einen Achselschuß dazu. — Das hindert aber Herrn Galgenstrick durchaus nicht, sich aufzuführen wie ein wildgewordener Truthahn!«

»Was hat er denn angestellt?«

»Er läßt sich einfach nicht behandeln. Gewalt muß man anwenden, um ihm einen Verband anzulegen. Zwei Leute müssen ihn festhalten. Er behauptet nämlich, alle unsere Medikamente seien wertlos, ihm könne nur ein einziges Mittel helfen, und zwar — es ist zu blöd, man könnte darüber lachen, wenn es nicht zum Verzweifeln wäre, —«

»Und zwar?«

»Heiliger Kuhmist!«

Ich verzweifelte nicht, sondern lachte.

»Du hast leicht lachen,« fuhr mein Freund gereizt fort. »Aber mir ist das gar nicht spaßhaft. Für mich ist ein Kranker ein Kranker, und ich betrachte es als meine Pflicht, ihn zu retten. Gleichgültig, wer und was er ist! Da strengt man sich an, müht sich wie ein Vater um so einen Menschen, und zum Dank tobt und schreit er, wirft einem die Medizinflaschen ins Gesicht, beißt einem in die Hände — und brüllt, er will heiligen Kuhmist haben!«

»Ein hochinteressanter Patient! Du, dem mußt du mich vorstellen!«