Der Schein einer elektrischen Taschenlampe traf mich von oben, ich schaute aufwärts und sah in der Luke der Falltreppe ein weißes Gesicht, das herabspähte und fluchend herunterspuckte.

Dann ward es wieder dunkel.

Mit verächtlichem Achselzucken erhob ich mich und setzte mich einige Stufen tiefer.

Das war wieder eine echt englische Heldentat gewesen, einen Wehrlosen anzuspucken. Schule Jim Boughsleigh. Aber vielleicht verdienen es die Völker, die für Englands Habgier ihr Blut opfern, nicht besser.

Wie lange ich auf der Treppe saß, kann ich nicht angeben. Meine Sinne flüchteten aus der harten Gegenwart in die freundlichen Gärten der Selbsttäuschung und ergötzten sich an dem Spielen mit eitlen Hoffnungen.

Als sie zurückkehrten und ich mir wieder meiner Lage bewußt ward, war die Last meiner Sorgen doppelt schwer geworden. Ich stützte den Kopf in die Hände und wünschte: o möge doch das Schiff mit uns allen auf den Meeresboden sinken.

Plötzlich fühlte ich mich beobachtet. Ich sah um mich und gewahrte einen Mohammedaner, der am Fuße der Treppe stand und wohl schon längere Zeit meinem Mienenspiel gefolgt war.

Er starrte mich schweigend an. Soweit ich es im Dunkeln erspähen konnte, malte ich mir sein Bild: ein kleines Männlein, mit gebeugtem Rücken. Tiefe, ruhige Augen.

Wir musterten einander eine Weile, ohne zu sprechen. Diesem wortlosen gegenseitigen Suchen zweier Unglücklichen haftete eine merkwürdige Feierlichkeit an.

Wir prüften unsere Seelen mit den Blicken — zwei Freunde, die sich in tiefer Not begegnen und sich stumm verstehen.