»Es giebt, Hausvater, eine Zeit wo da solche Gottheiten zusammenkommen; und sind sie zusammengekommen, {269} so zeigt sich wohl bei ihnen verschiedene Farbe, doch kein verschiedener Glanz. Gleichwie etwa, Hausvater, wenn ein Mann gar mancherlei Oellampen in ein Haus hineintrüge; da würde sich wohl unter ihnen verschiedene Flamme zeigen, doch kein verschiedener Glanz: ebenso nun auch, Hausvater, giebt es eine Zeit wo da solche Gottheiten zusammenkommen; und sind sie zusammengekommen, so zeigt sich wohl bei ihnen verschiedene Farbe, doch kein verschiedener Glanz.

»Es giebt, Hausvater, eine Zeit wo da solche Gottheiten dann auseinandergehn; und sind sie dann auseinandergegangen, so zeigt sich eben bei ihnen verschiedene Farbe wie auch verschiedener Glanz. Gleichwie etwa, Hausvater, wenn ein Mann jene mancherlei Oellampen aus dem Hause hinwegtrüge; da würde sich eben unter ihnen verschiedene Flamme zeigen wie auch verschiedener Glanz: ebenso nun auch, Hausvater, giebt es eine Zeit wo da solche Gottheiten dann auseinandergehn; und sind sie dann auseinandergegangen, so zeigt sich eben bei ihnen verschiedene Farbe wie auch verschiedener Glanz.

»Nicht aber, Hausvater, haben die Gottheiten Gedanken wie: ›So bleiben wir beständig, beharrend, ewig‹, sondern sobald eben da die Gottheiten einander genaht sind, sind alsbald eben da die Gottheiten einander genehm. Gleichwie etwa, Hausvater, wenn Fliegen in einem Glase oder in einem Korbe zusammenschwärmen nicht Gedanken haben wie: ›So bleiben wir beständig, beharrend, ewig‹, sondern sobald eben da die Fliegen einander genaht sind, sind alsbald eben da die Fliegen einander genehm[136]: {270} ebenso nun auch, Hausvater, haben die Gottheiten nicht Gedanken wie: ›So bleiben wir beständig, beharrend, ewig‹, sondern sobald eben da die Gottheiten einander genaht sind, sind alsbald eben da die Gottheiten einander genehm.«

Nach diesen Worten wandte sich der ehrwürdige Abhayakaccāno[137] also an den ehrwürdigen Anuruddho:

»Sehr schön, werther Anuruddho. Ich möchte nun hier noch eine fernere Frage stellen. Die Gottheiten, o Herr, die da glänzen, haben die alle einen bestimmten Glanz, oder giebt es wirklich auch Gottheiten, deren Glanz unermesslich ist?«

»Je nachdem, Bruder Kaccāno. Es giebt wohl manche Gottheiten von bestimmtem Glanze: es giebt aber auch manche Gottheiten, deren Glanz unermesslich ist.«

»Was ist nun, werther Anuruddho, der Anlass, was ist der Grund, dass unter Gottheiten, im selben Götterbereiche geboren, manche einen bestimmten Glanz aufweisen, und wiederum manche einen Glanz, der unermesslich ist?«

»Da will ich dir denn, Bruder Kaccāno, eben hierüber eine Frage stellen: wie es dir gutdünkt magst du sie beantworten. Was meinst du wohl, Bruder Kaccāno: wenn da jener Mönch einen einzelnen mächtigen Baum als ›großartig‹ aufgefasst hat und dabei sich beruhigt; und ein anderer Mönch etwa noch zwei bis drei mächtige Bäume als ›großartig‹ aufgefasst hat und dabei sich beruhigt: so ist nun welche von diesen beiden geistigen Uebungen die großartigere?«

»Wenn da, o Herr, ein Mönch etwa noch zwei bis drei mächtige Bäume als ›großartig‹ aufgefasst hat und dabei sich beruhigt, so ist diese von den beiden geistigen {271} Uebungen die großartigere.«

»Was meinst du wohl, Bruder Kaccāno: wenn da jener Mönch etwa noch zwei bis drei mächtige Bäume als ›großartig‹ aufgefasst hat und dabei sich beruhigt; und ein anderer Mönch ein einzelnes Wiesenfeld als ›großartig‹ aufgefasst hat und dabei sich beruhigt: so ist nun welche von diesen beiden geistigen Uebungen die großartigere?«