[185] Vergl. Maitryup. VI, 25: sarvabhāvaparityāgo yoga ityabhidhīyate.[186] Zu kāmasukham, mīḷhasukham etc. cf. der S̀ruti und Smṛti grāmyakāmān, grāmyasukham wie Kuṇḍikop. v. 3 etc. mit Anm. 45. Gegensatz vīrasukham, heroisches Wohl; dann das asaṉkiliṭṭhaṃ yogakkhemam der 26. Rede: το αθογωτον καλλος des MAKARIOS MG., p. 85. Vergl. auch das klassische luto ludere, wie PLAUTUS, Mil. glor. II, 3 gegen Ende; und BRUNO, Spaccio II, 3 eb.: »Meditantur sua stercora scarabaei.« Die ganze Antinomie hat unser Divus BERNARDUS CLARAEVALLENSIS in einen, dem Gehalte wie der Form nach eigenthümlich indisch anmuthenden, Denkspruch gefasst: Modi diligendi sunt quatuor. Carnem amare carnaliter, spiritum carnaliter, carnem spiritualiter, spiritum spiritualiter: Sententiae et Soliloquia fol. 506 ed. Par. 1621. Sie ist schon in dem alten, von PRODIKOS überlieferten, von LEOPARDI übersetzten Gleichnisse »Herakles am Scheideweg« meisterhaft veranschaulicht.[187] Vergl. Bd. 2. Anm. 30. — Noch spät allgemein indisch, e. g. S̀ukasaptati 50: na vaktavyaṃ pāpaṃ dṛṣṭaṃ śrutaṃ... kathāpi khalu pāpānām alam aśreyase yataḥ. — Aehnlich die pythagorische, der THEANO zugeschriebene Maxime: Περι ὡν λεγειν καλον, περι τουτων σιωπαν αισχρον· και περι ὡν αισχρον λεγειν, περι τουτων σιωπαν αμεινον; sowie die andere, von ARISTOXENOS überlieferte: Μη ειναι προς παντας παντα ῥωτα. Auch von S. FRANCESCO heißt es, bei CELANO I 2, 3: Expertus namque fuerat, magnum fore malum, cuncta communicare cunctis. Besonders genau aber entspricht das sechste der Octo punctorum, meditantibus quibus pervenitur ad perfectionem etc., S. BERNARDI l. c. fol. 1755–1756, und ib. die zu Ende des vierten dargelegte salutis via und ihre principia: Fuge, tace, quiesce.[188] Βιας εφη· Μισει το ταχυ λαλειν, μη ἁμαρτῃς· μετανοια γαρ ακολουθει.[189] Subhūti ist Glosse, nach Aṉguttaranikāyo I, 14, 2, 4. — Einen allgemeinen, κατ’ αθαμβιαν entsprechenden Kommentar zu dieser Rede mit der abschließenden Maxime »Keiner Beachtung würdigen« findet man vielleicht am schönsten im dritten Kapitel des vierten Buches der nikomacheischen Ethik des ARISTOTELES bei Ausführung der Grundsätze Ὁ δε μεγαλοψυχος δικαιως καταφρονει, οἱ δε πολλοι τυχοντως, und Ουδεν γαρ μεγα αυτῳ εστιν, und Ου γαρ μεγαλοψυχου το απομνημονευειν, αλλως δε και κακα, αλλα μαλλον παροραν; und wieder anders und doch sehr ähnlich bei dem großartig versöhnenden Urtheile des aegyptischen ANTONIOS και πασι παντα συγχωρητομεν , Vita p. 29, dem wirklich vorgeprägten Stämpel zur berühmten, von SCHOPENHAUER gepriesenen Botschaft in der letzten Szene der Cymbeline »Pardon’s the word to all«, sowie auch in CASTILLEJOS Diálogo entre Memoria y Olvido mit dem Facit:
Olvidar es lo mejor.
[190] Vergl. Bd. II, Anm. 142. — Der Aufenthalt bei Hafnern, deren Handwerk ja frei von Tadel ist, wird von Asketen bevorzugt: cf. die kulālaśālā in der Jābālopaniṣat fine.[191] Lies tena viññāṇena kiṃ vijānāti.[192] Das selbe Gleichniss hat PLATON, De Rep. IV, p. 435: Και ταχα αν γαρ’ αλληλα σκοπουντες και τριβοντες, ὡρπερ εκ πυρειων εκλαμψαι ποιησαιμεν την δικαιοσυνην. Cf. Anm. 89.[193] Der āvusovādaccayo ist commentatio protreptica.[194] Wer in den langen schmalen indischen Gassen und Höfen nicht sehr auf der Hut ist kann im Gedränge von einer der zahlreichen Kühe leicht unversehens niedergestoßen oder tödtlich verletzt werden. — Wie ein spezieller Kommentar dazu liest sich ein kürzlich vorgekommener Fall, den mir DE LORENZO aus Neapel, nach dem Pungolo vom 2. Januar 1902, berichtet: »Ieri sera fu trasportato all’ ospedale dei Pellegrini, con grave commozione generale, un giovanotto diciottenne, ARNALDO MUROLO, ferito con un colpo di corna al petto da una delle vacche, che girano per la città, continuando una usanza barbara per quanto indecente.«[195] Der Schluss der Rede, S. 432, giebt das ächte Που στω an. — Cf. vorher Bṛhadāraṇyakam III. 4; IV, 3, 17; 4, 16:
kim icchan kasya kāmāya.
Vergl. noch ECKHART, p. 242: Ohne Dünken und Wähnen und Glauben, p. 284: »Und hier umbe sô bin ich geborn unde nâch mîner gebürtewîse, diu êwic ist, sô enmac ich niemer ersterben. Nâch mîner êwigen gebürtewîse sô bin ich êweclich gewesen unde bin nû unde sol êweclîche belîben. — Dâ bin ich daz ich was, unde dâ nime ich weder abe noch zuo. — Wer dise rede niht verstêt, der bekümber sîn herze niht damite. Wan als lange der mensche niht gelîch ist dirre wârheit, alsô lange wirt er dise rede niht verstên.« Vergl. KANT KRV II, 2, 2, 2, 9 (R. 432): »Die Kausalität der Vernunft im intelligibelen Charakter entsteht nicht, etc.« Der berühmte, von PAPPOS Lib. VIII propos. 11 prooem. überlieferte Ausruf Δος μοι που στω και κινω την γην ist von HEATH in seinem schönen Werke über ARCHIMEDES, Cambridge 1897, S. XIX, treulich erörtert. — Noch einige Sigla ähnlicher Gattung werden durch eine Reihe entsprechender Bilder hie und da veranschaulicht: wie etwa Aṉguttaranikāyo, Sattakanipāto p. 13 ed. Siam. thale tiṭṭhati brāhmaṇo, Majjhimanikāyo No. 98 v. 42 amatogadham anuppatto, Suttanipāto 359 pāraṉgato ṭhitatto.
[196] kālakiriyā, von kālaṃ karoti die Zeit erfüllen, wörtl. »die Zeit machen«, d. i. sterben [Augenblick des Todes]; vergl. das gegenüberstehende kālaṃ gacchati die Zeit erlangen, wörtl. »in die Zeit gehn«, d. i. keimen [Augenblick der Empfängniss]: Chāndogyopaniṣat II, 13, 1.[197] Vergl. Raṭṭhapālo vor König Koravyo, in der 82. Rede; = THEOGNIS v. 727/8:
ουδ’ αν αποινα διδους θανατον ουδε βαρειας
νουσους ουδε κακον γηρας επερχομενον
[198] ajjhattaṃ sampasādanam = nistaraṉgasamudravan (nirvātasthitadīpavad acalasampūrṇabhāvābhāvavihīnakaivalyajyotir bhavati): Maṇḍalabrāhmaṇopaniṣat II, 3 im Anf.; cf. auch Bd. II, Anmerkung 4.[199] Das Exordium der buddhistischen Lehre, die heilige Wahrheit vom Leiden, S. 435–437 und sonst ausführlich begründet, ist mit anderen Worten als »Heiligthum des Schmerzes« von GOETHE das Würdigste genannt worden, als »jene letzte Religion, die aus der Ehrfurcht vor dem, was unter uns ist, entspringt«, Wilhelm Meisters Wanderjahre, 2. Buch, 2. Kap. gegen Ende. Bei uns ist diese erste der heiligen Wahrheiten allerdings nur als Basis rechter Erkenntniss dargestellt, während die vierte ein Zenith erreicht, wo Leiden nicht mehr bestehn kann: »dâ kein leit stat enhât«, wie ECKHART, p. 42, erkannt. — Cf. das Gleichniss vom Pfeilschmidt, in der 101. Rede, S. 19.[200] Vergl. Dhammapadam 354a, Sabbadānaṃ dhammadānaṃ jināti und ähnliche Stellen. Von Asoko auf dem IX. (Girnār-) und XI. Felsenedikt frei wiedergegeben: siehe BÜHLERS Ausführungen in der Zeitschr. d. deutsch. morgenländ. Gesellsch. Bd. 48 S. 57 f. In diesem Sinne aber fasst der König seine Gedanken über den Werth des Gebens im allgemeinen zu Ende des kurzen VII. Felsenediktes in die Maxime zusammen: »Denn wer auch eine reiche Gabe nicht geben kann: sich selbst beherrschen, das Herz läutern, erkenntlich und rechtschaffen sein bleibt immer gültig.« —
Cuddasa bis mahapphalataraṃ vadāmi ist micchāvādo, kenacideva pariyāyena infarciert.