απτηνες εφημεριοι, ταλαοι βροτοι, ανερες εικελονειροι.

[207] Das öfter gegebene Gleichniss von der geschlachteten Kuh ist insbesondere in der Atharvasaṃhitā nicht selten anzutreffen. Es spricht für das hohe Alter und die gute Ueberlieferung unserer Texte. Denn spätere Generationen, etwa seit Asokos ersten Felsen-, bez. fünften Säulenedikten vom praktischen Buddhismus bereits mächtig beeinflusst, hätten es, als anachronistisch, nicht mehr anwenden können. Daher galten denn auch der Smṛti die gavāśanās als antyajās, e. g. Vyāsīyadharmaśāstre I, 12. — Vergl. Anm. 62; und die unpatriarchalische, tief asketenthümliche Art wie der greise, naive HILARION in seiner Unterredung mit dem Judenchristen und kyprischen Bischofe EPIPHANIOS, der ihm zu Ehren ein Fleischgericht hatte vorsetzen lassen, der Speiseregel der Mönche unserer 55. Rede wohl entsprechend geantwortet hat: »Ignosce mihi, pater, quia ex quo accepi habitum istum, non manducavi quidquam occisum«, nach den AASS Oct. tom. IX fol. 29 No. 57 i. f.[208] Der Anschauung gemäß betrachtet der Inder die noch zunehmende, bez. eben erst voll gewordene Mondnacht als Kulmination: während wir, ohne Rücksicht auf die Anschauung, die astronomische Tageszeit berechnen; daher fällt in Indien die Feier des Vollmondes in der Regel auf den Vorabend. — Ein anderes Mondgleichniss im 2. Bande S. 635, Lieder der Mönche S. 234: ebenso doppelartig bedeutsam in dem Bilde eines Fra MARIANO da Volterra »SAN FRANCESCO è simile alla luna piena per la activa et contemplativa vita«, bei SABATIER, BARTHOLI Tractatus etc. p. 149.

Ein schönes, ob auch tiefer stehendes Gegenstück zum obigen Berichte von Nandako und den Nonnen darf man bei uns wohl in Meister ECKHARTS Gesprächen mit Schwester KATREI erkennen: so wenn diese Heilige, nicht unähnlich wie es oben von der geringsten der Nonnen ausgesagt ist, von sich den Bescheid giebt, »daz ich nie hinder mich gesach, sît ich ûf den wec gewîset wart zuo mîner êwigen sêlicheit, unde daz ich keiner crêatûre rât nie gevolgete, wan daz ich allez für mich gienc in eime rehten ernste«, p. 468; oder p. 474 das Wort von der Uebung bis an den Tod; u. a. m.

[209] Vergl. Bd. 2. S. 68. 271, 541. — Zu nibbindam, überdrüssig, cf. die 74. Rede i. f. und Lieder der Mönche S. 278 Anm. 1; sowie den nirvedas der S̀ruti, namentlich im Bṛhadāraṇyakam III, 4. Dann auch den nivveo der Jainās etc. Bei uns hat Meister ECKHART, p. 374, gesagt: »Ez enist dehein krêatûre sô gelustlich, der mensche möhte sî sô lange anesehen, ez enverdrüzze in.« In einem ähnlichen aber allgemeineren Sinne, mehr objektiv nach außen gewendet, haben wieder andere grübelnde Geister »Cui bonum« gefragt und »Quien querrà la vida si sabe lo que es?«, GRACIAN, Criticòn III, 1, »Wer erfreute sich des Lebens, | Der in seine Tiefen blickt!«, SCHILLER, Kassandra 87/88, etc.

Den Ausdruck einer solchen Gesinnung hat vielleicht erhaben wie keine andere die buddhistische Kunst getroffen, zumal auf einer der so fein gearbeiteten Meisterstatuetten aus getriebenem Golde, in Anurādhapura gefunden, jetzt im Museum zu Kolombo, mit dem herrlichen nach rechts geneigten Antlitze, von rein indo-ārischem Typus. Auch die Züge des lysippischen Apoxyomenos gleichwie die verklärteren des glykonischen Herakles und etwa die des lateranensischen St. Hippolytus sind von einem verwandten Geiste belebt; obwohl der letztgenannte kirchlich, also κακιστῳ κομματι.

Der pacchāsamaṇo, upaṭṭhāko, antevāsī, der eine, jeweilig andere begleitende Jünger, der dem Meister nachfolgt, ihm aufwartet, wie oben S. 481, 2. Bd. S. 476, 1. Bd. S. 152, passim, reicht bis in die alten Upanischaden hinauf, e. g. Bṛhadāraṇyake VI, 3, Ende: Taṃ haitam Uddālaka Āruṇir Vājasaneyāya Yājñavalkyāyāntevāsina uktvā... etam u haiva Vājasaneyo Yājñavalkyo Madhukāya Paiṉgyāyāntevāsina uktvā... Madhukaḥ Paiṉgyaś Cūḍāya Bhāgavittaye ’ntevāsina uktvādi. So schließt auch bei uns das vorletzte Fioretto nach SAN FRANCESCO ab, ed. SABATIER No. 54: »Hanc historiam habuit frater Iacobus de Massa ab ore fratris Leonis, et frater Hugolinus de Monte Sanctae Mariae ab ore dicti fratris Iacobi, et ego qui scripsi ab ore fratris Hugolini viri per omnia fide digni.«

Die Gestalt eines so getreuen Jüngers ist in der Skulptur, z. B. der von Sārnāth, und in der Malerei, wie auf den Fresken zu Ajaṇṭā — die Skizze eines derartigen Bildes findet man in FERGUSSONS und BURGESS’ Cave Temples of India, London 1880, p. 311 No. 59 — anmuthig dargestellt: und hat wiederum ein überraschend entsprechendes Gegenstück auf elf der ausgezeichneten sechsundzwanzig theodericischen Mosaiken vom Leben Jesu im Sant’ Apollinare Nuovo zu Ravenna. Mag nun dergl. durch zufällige oder nothwendige Anlässe oder etwa durch byzantinische Tradition à la bricole begegnet sein: der Künstler hat da wie dort eine große Anschauung bewundernswürdig groß und gleichartig nachgebildet. Athavā bhavitavyānāṃ dvārāṇi bhavanti sarvatra.

Vergl. noch das wohlbekannte sāvakayugam, d. i. Sāriputto und Moggallāno, das aggam bhaddayugam: ein gleiches auch in der 50. Rede, p. 333; und die cattāri purisayugāni, viermal je zwei erlauchte Jünger, 7. Rede p. 37, passim.

Die sinnige Vorstellung, dass in heiliger Nähe auch einer Geisterschaar das abgeklärte Auge aufgehn mag, wie oben Ende des Berichtes S. 485, hat bei uns GOETHE veranschaulicht, wenn der Pater seraphicus den Säligen Knaben seine Augen verleiht und als die eigenen brauchen lässt, »diese Gegend« anzuschauen, und die Säligen nun »in sich nimmt«, ihnen Bäume, Felsen, Wasserstrom liebreich offenbart und sie zu höherem Kreise hinansteigen, durch Geisternahrung immer unvermerkt wachsen lehrt, in den freiesten Aether entfaltet: die »junge Geisterschaar«, die — gleich jener anderen oben S. 481 — erst wie ein Morgenwölkchen durch den Dunkeln Wald herangeschwebt war, mit der Frage:

Sag’ uns, Vater, wo wir wallen,