Und jene Mönche begaben sich zum ehrwürdigen Mahākaccāno, wechselten höflichen Gruß und freundliche, denkwürdige Worte mit ihm und setzten sich seitwärts nieder. Seitwärts sitzend sprachen nun jene Mönche zum ehrwürdigen Mahākaccāno also:

»Folgende Lehre, Bruder Kaccāno, hat uns der Erhabene in kurzer Fassung gegeben, ohne den Inhalt ausführlich zu erläutern, ist aufgestanden und hat sich in das Wohnhaus zurückgezogen: ›Wenn der Sonderheit Wahrnehmungen, Mönch, wodurch auch immer bedingt, an den Menschen der Reihe nach herantreten und da kein Entzücken, kein Entsprechen, keinen Halt finden, so ist das eben das Ende der Lustanhaftungen, so ist das eben das Ende der Ekelanhaftungen, so ist das eben das Ende der Glaubensanhaftungen, so ist das eben das Ende der Zweifelanhaftungen, so ist das eben das Ende der Dünkelanhaftungen, so ist das eben das Ende der Anhaftungen der Daseinslust, so ist das eben das Ende der Anhaftungen des Nichtwissens, so ist das eben das Ende vom Wüthen und Blutvergießen, von Krieg und Zwietracht, Zank und Streit, Lug und Trug: da werden diese bösen, schlechten Dinge restlos aufgelöst.‹ Da kam uns, Bruder Kaccāno, bald nachdem der Erhabene fortgegangen war, der Gedanke: ›Diese Lehre, Brüder, hat uns der Erhabene in kurzer Fassung gegeben, ohne den Inhalt ausführlich zu erläutern, ist aufgestanden und hat sich in das Wohnhaus zurückgezogen. Wer könnte nun wohl dieser kurzgefassten Lehre Inhalt ausführlich begründen?‹ Da kam uns, Bruder Kaccāno, der Gedanke: ›Der ehrwürdige Mahākaccāno wird selbst vom Meister gepriesen, von den verständigen Ordensbrüdern aber verehrt: {111}wohl wäre der ehrwürdige Mahākaccāno imstande, den Inhalt dieser kurzgefassten Lehre ausführlich zu begründen; wie, wenn wir uns nun zum ehrwürdigen Mahākaccāno begeben und ihn bitten würden, uns den Inhalt darzulegen?‹ Mög’ es der ehrwürdige Mahākaccāno thun!«

»Gleichwie etwa, Brüder, wenn ein Mann, der Kernholz begehrt, Kernholz sucht, auf Kernholz ausgeht, über Wurzel und Stamm eines großen kernig dastehenden Baumes hinaufkletterte und im Laubgezweige Kernholz finden wollte: so ergeht es nun hier euch Ehrwürdigen, die ihr vor dem Meister gewesen seid, den Herrn übergangen habt und von mir die Lösung der Frage erwartet. Doch der Erhabene, ihr Brüder, ist der kennende Kenner und der sehende Seher, der Auggewordene, Erkenntnissgewordene, Wahrheitgewordene, Heiligkeitgewordene, der Künder und Verkünder, der Eröffner des Inhalts, der Spender der Unsterblichkeit, der Herr der Wahrheit, der Vollendete. Und es war ja wohl noch an der Zeit gewesen, dass ihr den Erhabenen selbst befragen und diesen Gegenstand der Erklärung des Erhabenen gemäß bewahren konntet.«

»Freilich, Bruder Kaccāno, ist der Erhabene der kennende Kenner und der sehende Seher, der Auggewordene, Erkenntnissgewordene, Wahrheitgewordene, Heiligkeitgewordene, der Künder und Verkünder, der Eröffner des Inhalts, der Spender der Unsterblichkeit, der Herr der Wahrheit, der Vollendete. Und es war ja wohl noch an der Zeit gewesen, dass wir den Erhabenen selbst befragen und diesen Gegenstand der Erklärung des Erhabenen gemäß bewahren konnten. Aber der ehrwürdige Mahākaccāno wird ja selbst vom Meister gepriesen und von den verständigen Ordensbrüdern verehrt: wohl wäre der ehrwürdige Mahākaccāno imstande, den Inhalt jener vom Erhabenen in der Kürze gegebenen Lehre ausführlich darzulegen. Mög’ es der ehrwürdige Mahākaccāno thun und es nicht übel nehmen!«

»Wohlan denn, Brüder, so höret und achtet wohl auf meine Rede!«

»Gewiss, o Bruder!« antworteten da aufmerksam jene Mönche dem ehrwürdigen Mahākaccāno. Der ehrwürdige Mahākaccāno sprach also:

»Die Lehre, Brüder, die uns der Erhabene in der Kürze gegeben hat: ›Wenn der Sonderheit Wahrnehmungen, Mönch, wodurch auch immer bedingt, an den Menschen der Reihe nach herantreten und da kein Entzücken, kein Entsprechen, keinen Halt finden, so ist das eben das Ende der Lustanhaftungen, so ist das eben das Ende der Ekelanhaftungen, so ist das eben das Ende der Glaubensanhaftungen, so ist das eben das Ende der Zweifelanhaftungen, so ist das eben das Ende der Dünkelanhaftungen, so ist das eben das Ende der Anhaftungen der Daseinslust, so ist das eben das Ende der Anhaftungen des Nichtwissens, so ist das eben das Ende vom Wüthen und Blutvergießen, von Krieg und Zwietracht, Zank und Streit, Lug und Trug: da werden diese bösen, schlechten Dinge restlos aufgelöst‹: diese kurzgefasste Lehre, ihr Brüder, stelle ich ihrem Inhalt gemäß in folgender Weise ausführlich dar. Durch das Gesicht, Brüder, und die Formen entsteht das Sehbewusstsein, der Einschlag der drei giebt Berührung, durch die Berührung ist das Gefühl bedingt, was man fühlt nimmt man wahr, was man wahrnimmt unterscheidet man, {112}was man unterscheidet sondert man ab, was man absondert tritt, dadurch bedingt, der Reihe nach als der Sonderheit Wahrnehmungen in den durch das Sehbewusstsein gehenden Formen vergangener, gegenwärtiger und zukünftiger Zeiten an den Menschen heran. Durch das Gehör, Brüder, und die Töne entsteht das Hörbewusstsein, der Einschlag der drei giebt Berührung, durch die Berührung ist das Gefühl bedingt, was man fühlt nimmt man wahr, was man wahrnimmt unterscheidet man, was man unterscheidet sondert man ab, was man absondert tritt, dadurch bedingt, der Reihe nach als der Sonderheit Wahrnehmungen in den durch das Hörbewusstsein gehenden Tönen vergangener, gegenwärtiger und zukünftiger Zeiten an den Menschen heran. Durch den Geruch, Brüder, und die Düfte entsteht das Riechbewusstsein, der Einschlag der drei giebt Berührung, durch die Berührung ist das Gefühl bedingt, was man fühlt nimmt man wahr, was man wahrnimmt unterscheidet man, was man unterscheidet sondert man ab, was man absondert tritt, dadurch bedingt, der Reihe nach als der Sonderheit Wahrnehmungen in den durch das Riechbewusstsein gehenden Düften vergangener, gegenwärtiger und zukünftiger Zeiten an den Menschen heran. Durch den Geschmack, Brüder, und die Säfte entsteht das Schmeckbewusstsein, der Einschlag der drei giebt Berührung, durch die Berührung ist das Gefühl bedingt, was man fühlt nimmt man wahr, was man wahrnimmt unterscheidet man, was man unterscheidet sondert man ab, was man absondert tritt, dadurch bedingt, der Reihe nach als der Sonderheit Wahrnehmungen in den durch das Schmeckbewusstsein gehenden Säften vergangener, gegenwärtiger und zukünftiger Zeiten an den Menschen heran. Durch das Getast, Brüder, und die Tastungen entsteht das Tastbewusstsein, der Einschlag der drei giebt Berührung, durch die Berührung ist das Gefühl bedingt, was man fühlt nimmt man wahr, was man wahrnimmt unterscheidet man, was man unterscheidet sondert man ab, was man absondert tritt, dadurch bedingt, der Reihe nach als der Sonderheit Wahrnehmungen in den durch das Tastbewusstsein gehenden Tastungen vergangener, gegenwärtiger und zukünftiger Zeiten an den Menschen heran. Durch das Gedenken, Brüder, und die Dinge entsteht das Denkbewusstsein, der Einschlag der drei giebt Berührung, durch die Berührung ist das Gefühl bedingt, was man fühlt nimmt man wahr, was man wahrnimmt unterscheidet man, was man unterscheidet sondert man ab, was man absondert tritt, dadurch bedingt, der Reihe nach als der Sonderheit Wahrnehmungen in den durch das Denkbewusstsein gehenden Dingen vergangener, gegenwärtiger und zukünftiger Zeiten an den Menschen heran.

»Ist nun, Brüder, Gesicht, Form und Sehbewusstsein da, so darf man auf das Erscheinen der Berührung schließen, ist die Berührung erschienen, so darf man auf das Erscheinen des Gefühls schließen, ist das Gefühl erschienen, so darf man auf das Erscheinen der Wahrnehmung schließen, ist die Wahrnehmung erschienen, so darf man auf das Erscheinen der Unterscheidung schließen, ist die Unterscheidung erschienen, so darf man schließen, dass die der Reihe nach herantretenden Wahrnehmungen der Sonderheit erscheinen werden.

»Ist nun, Brüder, Gehör, Ton und Hörbewusstsein da,

»Ist nun, Brüder, Geruch, Duft und Riechbewusstsein da,