Das hab’ ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei Rājagaham, im Bambusparke, am Hügel der Eichhörnchen. Da nun begaben sich viele Mönche aus ihrer Heimath, wo sie die Regenzeit zugebracht hatten, zum Erhabenen, begrüßten den Erhabenen ehrerbietig und setzten sich zur Seite nieder. An diese Mönche, die da zur Seite saßen, wandte sich nun der Erhabene und sprach:

»Wer von den Mönchen, den Ordensgetreuen, ihr Mönche, hat sich daheim wohl also erwiesen: selbst wenig bedürfend die Bedürfnisslosigkeit mit den Mönchen besprechend, selbst zufrieden die Zufriedenheit mit den Mönchen besprechend, selbst zurückgezogen die Zurückgezogenheit mit den Mönchen besprechend, selbst weltflüchtig die Weltflucht mit den Mönchen besprechend, selbst ausdauernd standhaft die standhafte Ausdauer mit den Mönchen besprechend, selbst ordenstüchtig die Ordenstugend mit den Mönchen besprechend, selbst vertieft das Heil der Vertiefung mit den Mönchen besprechend, selbst weise das Heil der Weisheit mit den Mönchen besprechend, selbst erlöst das Heil der Erlösung mit den Mönchen besprechend, selbst die Erlösung klar kennend das Heil klarer Kenntniss der Erlösung mit den Mönchen besprechend: ein Belehrer, Aufklärer, Verkünder, ein Ermunterer, Ermuthiger, Erheiterer der Ordensgetreuen?«

{146} »Ein Ehrwürdiger Namens Puṇṇo, o Herr, der Sohn der Mantāṇī, hat sich daheim unter den Mönchen, den Ordensgetreuen, also erwiesen: selbst wenig bedürfend die Bedürfnisslosigkeit mit den Mönchen besprechend, selbst zufrieden die Zufriedenheit mit den Mönchen besprechend, selbst zurückgezogen die Zurückgezogenheit mit den Mönchen besprechend, selbst weltflüchtig die Weltflucht mit den Mönchen besprechend, selbst ausdauernd standhaft die standhafte Ausdauer mit den Mönchen besprechend, selbst ordenstüchtig die Ordenstugend mit den Mönchen besprechend, selbst vertieft das Heil der Vertiefung mit den Mönchen besprechend, selbst weise das Heil der Weisheit mit den Mönchen besprechend, selbst erlöst das Heil der Erlösung mit den Mönchen besprechend, selbst die Erlösung klar kennend das Heil klarer Kenntniss der Erlösung mit den Mönchen besprechend: ein Belehrer, Aufklärer, Verkünder, ein Ermunterer, Ermuthiger, Erheiterer der Ordensgetreuen.«

Zu jener Zeit nun hatte der ehrwürdige Sāriputto nicht fern vom Erhabenen Platz genommen. Da kam nun dem ehrwürdigen Sāriputto der Gedanke: ›Gesegnet ist der ehrwürdige Puṇṇo Mantāṇiputto, dessen vielseitiges Verdienst verständige Ordensbrüder vor dem Meister preisen, und der Meister freut sich darüber. O dass wir doch gelegentlich einmal mit dem ehrwürdigen Puṇṇo Mantāṇiputto zusammenträfen, dass wir uns über irgend etwas besprächen!‹

Nachdem nun der Erhabene in Rājagaham nach Belieben geweilt hatte, begab er sich auf die Wanderung nach Sāvatthī, von Ort zu Ort wandernd näherte er sich der Stadt.

In Sāvatthī weilte nun der Erhabene, im Siegerwalde, im Garten Anāthapiṇḍikos. Da kam es dem ehrwürdigen Puṇṇo Mantāṇiputto zu Ohren: ›Der Erhabene ist in Sāvatthī angekommen, weilt in Sāvatthī, im Siegerwalde, im Garten Anāthapiṇḍikos!‹ Und der ehrwürdige Puṇṇo Mantāṇiputto räumte sein Lager zurecht, nahm Mantel und Almosenschaale und begab sich auf die Wanderung nach Sāvatthī. Von Ort zu Ort wandernd gelangte er zu der Stadt, zum Siegerwalde, zum Garten Anāthapiṇḍikos, wo der Erhabene weilte. Als er zum Erhabenen gelangt war, begrüßte er den Erhabenen ehrerbietig und setzte sich zur Seite nieder. Diesen Ehrwürdigen, der da zur Seite saß, stärkte nun der Erhabene, ermunterte, ermuthigte, erheiterte ihn in lehrreichem Gespräche. Und nachdem der ehrwürdige Puṇṇo Mantāṇiputto vom Erhabenen in lehrreichem Gespräche gestärkt, ermuntert, ermuthigt, erheitert worden war, erhob er sich, erfreut und befriedigt durch des Erhabenen Rede, von seinem Sitze, begrüßte den Erhabenen ehrerbietig, ging rechts herum und begab sich zum Dunkeln Walde, für den Rest des Tages.

Aber es ging ein Mönch zum ehrwürdigen Sāriputto und meldete ihm: »Jener Mönch, o Bruder Sāriputto, der Puṇṇo heißt, der Sohn der Mantāṇī, den du oft gerühmt hast, {147} der hat sich, vom Erhabenen in lehrreichem Gespräche gestärkt, ermuntert, ermuthigt, erheitert, durch des Erhabenen Rede erfreut und befriedigt, von seinem Sitze erhoben, den Erhabenen ehrerbietig begrüßt und ist gegen den Dunkeln Wald zu gegangen, wo er bis Abend verweilen dürfte.«

Da nahm der ehrwürdige Sāriputto unverzüglich seine Strohmatte und folgte dem ehrwürdigen Puṇṇo Mantāṇiputto Schritt vor Schritt, den Kopf nicht aus den Augen verlierend. Und der ehrwürdige Puṇṇo Mantāṇiputto wandte sich ins Innere des Dunkeln Waldes und setzte sich am Fuß eines Baumes nieder, für den Tag. Und auch der ehrwürdige Sāriputto wandte sich ins Innere des Dunkeln Waldes und setzte sich am Fuß eines Baumes nieder, für den Tag.

Als nun der ehrwürdige Sāriputto gegen Abend die Gedenkensruhe beendet hatte, begab er sich zum ehrwürdigen Puṇṇo Mantāṇiputto, wechselte höflichen Gruß und freundliche, denkwürdige Worte mit ihm und setzte sich zur Seite nieder. Zur Seite sitzend sprach nun der ehrwürdige Sāriputto zum ehrwürdigen Puṇṇo Mantāṇiputto also:

»Wird denn beim Erhabenen, o Bruder, heiliges Leben gepflegt?«