»‚Auferstehn und Nichtauferstehn‘, Vaccho, das trifft nicht zu.«
»Dann also, o Gotamo, ersteht er weder auf, noch ersteht er nicht auf?«
»‚Auferstehn so wenig wie Nichtauferstehn‘, Vaccho, das trifft nicht zu.«
»So giebst du mir nun, o Gotamo, auf meine Fragen immer die Antwort: {487} ›Das trifft nicht zu.‹ Jetzt bin ich, o Gotamo, in Unwissenheit gerathen, bin jetzt in Verwirrung gerathen, und was ich da bei dem früheren Gespräche mit Herrn Gotamo an Vertrauen gewonnen hatte, das ist mir nun wieder verloren gegangen.«[68]
»Genug denn, Vaccho, deiner Unwissenheit, genug der Verwirrung! Gar tief ist, Vaccho, diese Lehre, schwer zu entdecken, schwer zu gewahren, still, erlesen, unbekrittelbar, innig, Weisen erfindlich: die wirst du schwer verstehn ohne Deutung, ohne Geduld, ohne Hingabe, ohne Anstrengung, ohne Lenkung. So will ich dir, Vaccho, eben darüber Fragen stellen: wie es dir gutdünkt magst du sie beantworten. Was meinst du wohl, Vaccho: wenn da vor dir ein Feuer brennte, wüsstest du: ›Hier brennt ein Feuer vor mir‹?«
»Wenn da vor mir, o Gotamo, ein Feuer brennte, wüsst’ ich: ›Hier brennt ein Feuer vor mir‹.«
»Wenn dich nun, Vaccho, jemand fragte: ›Dieses Feuer, das da vor dir brennt, wodurch brennt es?‹ Also gefragt, Vaccho, würdest du was antworten?«
»Wenn mich, o Gotamo, jemand fragte: ›Dieses Feuer, das da vor dir brennt, wodurch brennt es?‹, würd’ ich auf solche Frage also antworten: ›Dieses Feuer, das da vor mir brennt, das brennt indem es durch Heu und Holz unterhalten wird‹.«
»Wenn da, Vaccho, dieses Feuer vor dir ausginge, wüsstest du: ›Dieses Feuer vor mir ist ausgegangen‹?«
»Wenn da, o Gotamo, dieses Feuer vor mir ausginge, wüsst’ ich: ›Dieses Feuer vor mir ist ausgegangen.‹«