»Freilich, o Herr!«

»Ebenso nun auch, Hausvater, überlegt der heilige Jünger bei sich: ›Fleischfetzen gleich sind die Begierden, hat der Erhabene gesagt, voller Leiden, voller Quaalen, das Elend überwiegt‹; und er sieht es also, der Wahrheit gemäß, mit vollkommener Weisheit an: {365}und den Anblick, der vielfältig Vielheit sucht, diesen verleugnet er, und den Anblick, der einfältig Einheit sucht, wo jedes Hangen an weltlichem Köder gänzlich vereitelt wird, ja diesen Anblick verwirklicht er.

»Gleichwie etwa, Hausvater, wenn ein Mann mit einer flammenden Strohfackel gegen den Wind ginge; was meinst du wohl, Hausvater: wenn dieser Mann die flammende Strohfackel nicht gar eilig von sich fortwürfe, würde sie da seine Hand versengen, seinen Arm versengen oder andere Glieder des Leibes, und er also Tod erleiden oder tödtlichen Schmerz?«

»Freilich, o Herr!«

»Ebenso nun auch, Hausvater, überlegt der heilige Jünger bei sich: ›Flammendem Stroh gleich sind die Begierden, hat der Erhabene gesagt, voller Leiden, voller Quaalen, das Elend überwiegt‹: und er sieht es also, der Wahrheit gemäß, mit vollkommener Weisheit an: und den Anblick, der vielfältig Vielheit sucht, diesen verleugnet er, und den Anblick, der einfältig Einheit sucht, wo jedes Hangen an weltlichem Köder gänzlich vereitelt wird, ja diesen Anblick verwirklicht er.

»Gleichwie etwa, Hausvater, wenn da eine Grube wäre, tiefer als Manneshöhe, voll glühender Kohlen, ohne Flammen, ohne Rauch; und es käme ein Mann herbei, der leben, nicht sterben will, der Wohlsein wünscht und Wehe verabscheut, und zwei kräftige Männer ergriffen ihn unter den Armen und schleppten ihn zu der glühenden Kohlengrube hin; was meinst du wohl, Hausvater: würde da nun dieser Mann auf jede nur mögliche Weise den Leib zurückziehn?«

»Gewiss, o Herr!«

»Und warum das?«

»Gar wohl, o Herr, wüsste der Mann: ›Fall’ ich in diese glühenden Kohlen hinein, so muss ich sterben oder tödtlichen Schmerz erleiden!‹«

»Ebenso nun auch, Hausvater, überlegt der heilige Jünger bei sich: ›Glühenden Kohlen gleich sind die Begierden, hat der Erhabene gesagt, voller Leiden, voller Quaalen, das Elend überwiegt‹; und er sieht es also, der Wahrheit gemäß, mit vollkommener Weisheit an: und den Anblick, der vielfältig Vielheit sucht, diesen verleugnet er, und den Anblick, der einfältig Einheit sucht, wo jedes Hangen an weltlichem Köder gänzlich vereitelt wird, ja diesen Anblick verwirklicht er.