»Ueberleg’ es dir, Hausvater, gehörig: Ueberlegung ist bei wohlbekannten Leuten euersgleichen rathsam.«[20]
»Dadurch hat mich, o Herr, der Erhabene nur noch viel mehr zufrieden und froh gemacht, dass der Erhabene also zu mir spricht: ›Ueberleg’ es dir, Hausvater, gehörig: Ueberlegung ist bei wohlbekannten Leuten euersgleichen rathsam.‹ Denn als mich, o Herr, die anderen Asketen zum Jünger gewonnen, da mochten sie mich in ganz Nāḷandā als Fahne herumtragen: ›Upāli der Hausvater hat sich zu unserem Jüngerthum bekehrt!‹ Doch der Erhabene spricht nun also zu mir: ›Ueberleg’ es dir, Hausvater, gehörig: Ueberlegung ist bei wohlbekannten Leuten euersgleichen rathsam.‹ Und so nehm’ ich denn, o Herr, zum zweiten Mal beim Erhabenen Zuflucht, bei der Lehre und bei der Jüngerschaft: als Anhänger möge mich der Erhabene betrachten, von heute an zeitlebens getreu.«
»Lange Zeit ist, Hausvater, dein Thor den Freien Brüdern gastlich offen gewesen, so dass du ihrer, die um Almosen zu dir kommen, milde gedenken mögst.«
»Auch dadurch hat mich, o Herr, der Erhabene noch viel mehr zufrieden und froh gemacht, dass der Erhabene also zu mir spricht: ›Lange Zeit ist, Hausvater, dein Thor den Freien Brüdern gastlich offen gewesen, so dass du ihrer, die um Almosen zu dir kommen, milde gedenken mögst.‹ Ich habe mir sagen lassen, o Herr: ›Der Asket Gotamo spricht also: ‚Mir nur ist Gabe darzubringen, nicht den anderen; nur meinen Jüngern ist Gabe darzubringen, nicht den Jüngern anderer; nur die mir dargebrachte Gabe lässt hohen Lohn erlangen, nicht die den anderen dargebrachte Gabe; nur die meinen Jüngern dargebrachte Gabe lässt hohen Lohn erlangen, nicht die den Jüngern anderer dargebrachte Gabe.‘‹ Doch der Erhabene ermahnt mich nun, auch den Freien Brüdern Gabe zu geben. Gewiss, o Herr: wir werden da schon der Zeit achthaben. Und so nehm’ ich denn, o Herr, zum dritten Mal beim Erhabenen Zuflucht, bei der Lehre und bei der Jüngerschaft: als Anhänger möge mich der Erhabene betrachten, von heute an zeitlebens getreu.«
Da hat denn der Erhabene Upāli den Hausvater allmälig in das Gespräch eingeführt, sprach erst mit ihm vom Geben, von der Tugend, von säliger Welt, machte des Begehrens Elend, Ungemach, Trübsal, und der Entsagung Vorzüglichkeit offenbar. Als der Erhabene merkte, {380} dass Upāli der Hausvater im Herzen bereitsam, geschmeidig, unbehindert, aufgerichtet, heiter geworden war, da gab er die Darlegung jener Lehre, die den Erwachten eigenthümlich ist: das Leiden, die Entwicklung, die Auflösung, den Weg.
Gleichwie etwa ein reines Kleid, von Flecken gesäubert, vollkommen die Färbung annehmen mag, ebenso auch ging da Upāli dem Hausvater, während er noch da saß, das abgeklärte, abgespülte Auge der Wahrheit auf:
›Was irgend auch entstanden ist
Muss alles wieder untergehn.‹
Und Upāli der Hausvater, der die Wahrheit gesehn, die Wahrheit gefasst, die Wahrheit erkannt, die Wahrheit ergründet hatte, zweifelentronnen, ohne Schwanken, in sich selber gewiß, auf keinen anderen gestützt im Orden des Meisters, der wandte sich nun an den Erhabenen also:
»Wohlan denn, jetzt, o Herr, wollen wir gehn: manche Pflicht wartet unser, manche Obliegenheit.«