»Den heißt man, Hausväter, einen Menschen, der weder ein Selbstquäler, nicht der Uebung der Selbstquaal eifrig ergeben ist, noch ein Nächstenquäler, nicht der Uebung der Nächstenquaal eifrig ergeben ist: der ohne Selbstquaal, {413} ohne Nächstenquaal schon bei Lebzeiten ausgeglüht, erloschen, kühl geworden ist, sich wohlfühlt, heilig geworden im Herzen.«

Nach dieser Rede sprachen die brāhmanischen Hausleute von Sālā also zum Erhabenen:

»Vortrefflich, Herr Gotamo, vortrefflich, Herr Gotamo! Gleichwie etwa, Herr Gotamo, als ob man Umgestürztes aufstellte, oder Verborgenes enthüllte, oder Verirrten den Weg wiese, oder ein Licht in die Finsterniss hielte: ›Wer Augen hat wird die Dinge sehn‹: ebenso auch ist von Herrn Gotamo die Lehre gar vielfach gezeigt worden. Und so nehmen wir bei Herrn Gotamo unsere Zuflucht, bei der Lehre und bei der Jüngerschaft: als Anhänger möge uns Herr Gotamo betrachten, von heute an zeitlebens getreu.«

SIEBENTER THEIL
BUCH DER MÖNCHE

61.

Siebenter Theil

Erste Rede

RĀHULOS ERMAHNUNG
– I –

{414} Das hab’ ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei Rājagaham, im Bambusparke, am Hügel der Eichhörnchen. Um diese Zeit aber weilte der ehrwürdige Rāhulo im Mangohage.[35]

Als nun der Erhabene gegen Abend die Gedenkensruhe beendet hatte, begab er sich nach dem Mangohage, dorthin wo der ehrwürdige Rāhulo sich aufhielt. Und es sah der ehrwürdige Rāhulo den Erhabenen von ferne herankommen, und als er ihn gesehn stellte er einen Stuhl zurecht und Wasser für die Füße. Es setzte sich der Erhabene auf den angebotenen Sitz, und als er saß spülte er sich die Füße ab. Und auch der ehrwürdige Rāhulo setzte sich, nach des Erhabenen Begrüßung, zur Seite nieder.