Das hab’ ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei Sāvatthī, im Siegerwalde, im Garten Anāthapiṇḍikos. Dort nun wandte sich der Erhabene an die Mönche: »Ihr Mönche!« — »Erlauchter!« antworteten da jene Mönche dem Erhabenen aufmerksam. Der Erhabene sprach also:
»Wisst ihr noch, Mönche, was ich euch als die fünf niederzerrenden Fesseln gezeigt habe?«
Auf diese Worte sprach der ehrwürdige Māluṉkyāputto zum Erhabenen also:
»Ich weiß, o Herr, was der Erhabene als die fünf niederzerrenden Fesseln gezeigt hat.«
»Inwiefern aber weißt du, Māluṉkyāputto, was ich als die fünf niederzerrenden Fesseln gezeigt habe?«
»Den Glauben an Persönlichkeit, o Herr, weiß ich, hat der Erhabene als niederzerrende Fessel gezeigt; den Zweifel, o Herr, weiß ich, hat der Erhabene als niederzerrende Fessel gezeigt; das Klammern an Tugendwerk, o Herr, weiß ich, hat der Erhabene als niederzerrende Fessel gezeigt; die Begehrlichkeit, o Herr, weiß ich, hat der Erhabene als niederzerrende Fessel gezeigt; die Gehässigkeit, o Herr, weiß ich, hat der Erhabene als niederzerrende Fessel gezeigt. Also weiß ich, o Herr, wie der Erhabene die fünf niederzerrenden Fesseln gezeigt hat.«
»Wer hat dir nur, Māluṉkyāputto, weisgemacht, dass ich die fünf niederzerrenden Fesseln also gezeigt hätte? Könnten da nicht, Māluṉkyāputto, andersfährtige Pilger mit einem Gleichnisse vom Kindlein als Gegner entgegentreten? Denn ein zarter Knabe, Māluṉkyāputto, ein unvernünftiger Säugling, weiß ja nichts von Persönlichkeit: {433} woher sollte ihn gar der Glaube an Persönlichkeit versehren? Aber es haftet ihm eben der Hang an, Persönlichkeit zu glauben. Denn ein zarter Knabe, Māluṉkyāputto, ein unvernünftiger Säugling, weiß ja nichts von den Dingen: woher sollte ihn gar der Zweifel an den Dingen versehren? Aber es haftet ihm eben der Hang an, zu zweifeln. Denn ein zarter Knabe, Māluṉkyāputto, ein unvernünftiger Säugling, weiß ja nichts von Tugend: woher sollte ihn gar das Klammern an Tugendwerk versehren? Aber es haftet ihm eben der Hang an, an Tugendwerk sich zu klammern. Denn ein zarter Knabe, Māluṉkyāputto, ein unvernünftiger Säugling, weiß ja nichts von Begierden: woher sollte ihn gar die Begehrlichkeit der Begierden versehren? Aber es haftet ihm eben der Hang an, Begierden zu fröhnen. Denn ein zarter Knabe, Māluṉkyāputto, ein unvernünftiger Säugling, weiß ja nichts von Mitwesen: woher sollte ihn gar die Gehässigkeit gegen Mitwesen versehren? Aber es haftet ihm eben der Hang an, zu hassen. Könnten da nicht, Māluṉkyāputto, andersfährtige Pilger mit diesem Gleichnisse vom Kindlein als Gegner entgegentreten?«[42]
Auf diese Worte sprach der ehrwürdige Ānando zum Erhabenen also:
»Da ist es, Erhabener, Zeit, da ist es, Willkommener, Zeit, dass der Erhabene die fünf niederzerrenden Fesseln zeige: des Erhabenen Wort werden die Mönche bewahren.«
»Wohlan denn, Ānando, so höre und achte wohl auf meine Rede.«