»Ein Waldeinsiedler, ihr Brüder, der den Orden aufsucht, im Orden verweilt, hat die Ordensasketen mit Achtung zu behandeln und Ergebenheit. Wenn, ihr Brüder, ein Waldeinsiedler, der den Orden aufsucht, im Orden verweilt, die Ordensasketen ohne Achtung behandelt und ohne Ergebenheit, so sagt man von ihm: ›Was taugt es wohl diesem ehrwürdigen Waldeinsiedler, dass er allein im Walde für sich lebt, da er seine Ordensbrüder ohne Achtung behandelt und ohne Ergebenheit!‹: also spricht man von ihm. Darum hat ein Waldeinsiedler, der den Orden aufsucht, im Orden verweilt, die Ordensasketen mit Achtung zu behandeln und Ergebenheit.

»Ein Waldeinsiedler, ihr Brüder, der den Orden aufsucht, im Orden verweilt, hat zu wissen wie man Platz nimmt, so zwar: ›Die alten Mönche werd’ ich nicht aufstehn lassen um mich zu setzen, die jungen Mönche nicht von ihren Sitzen gehn heißen.‹ Wenn, ihr Brüder, ein Waldeinsiedler, der den Orden aufsucht, im Orden verweilt, nicht weiß wie man Platz nimmt, so sagt man von ihm: ›Was taugt es wohl diesem ehrwürdigen Waldeinsiedler, dass er allein im Walde für sich lebt, da er nicht einmal die Regeln des Betragens kennt!‹: also spricht man von ihm. Darum hat ein Waldeinsiedler, der den Orden aufsucht, im Orden verweilt, zu wissen wie man Platz nimmt.

»Ein Waldeinsiedler, ihr Brüder, der den Orden aufsucht, im Orden verweilt, hat nicht zur Unzeit nach dem Dorfe zu gehn, nicht bis Mittag auszubleiben. Wenn, ihr Brüder, ein Waldeinsiedler, der den Orden aufsucht, im Orden verweilt, zur Unzeit nach dem Dorfe geht, bis Mittag ausbleibt, so sagt man von ihm: ›Was taugt es wohl diesem ehrwürdigen Waldeinsiedler, dass er allein im Walde für sich lebt, da er zur Unzeit nach dem Dorfe geht, bis Mittag ausbleibt!‹: also spricht man von ihm. Darum hat ein Waldeinsiedler, der den Orden aufsucht, im Orden verweilt, nicht zur Unzeit nach dem Dorfe zu gehn, nicht bis Mittag auszubleiben.

»Ein Waldeinsiedler, ihr Brüder, der den Orden aufsucht, im Orden verweilt, {470} hat nicht vor dem Mahl und nach dem Mahl bei den Häusern um Almosen zu stehn. Wenn, ihr Brüder, ein Waldeinsiedler, der den Orden aufsucht, im Orden verweilt, vor dem Mahl und nach dem Mahl bei den Häusern um Almosen steht, so sagt man von ihm: ›Nun hat sich gar dieser Waldeinsiedler, der allein im Walde für sich lebt, an den Gang zur Unzeit gewöhnt; selbst als Ordensasket lässt er sich verleiten!‹: also spricht man von ihm. Darum hat ein Waldeinsiedler, der den Orden aufsucht, im Orden verweilt, nicht vor dem Mahl und nach dem Mahl bei den Häusern um Almosen zu stehn.

»Ein Waldeinsiedler, ihr Brüder, der den Orden aufsucht, im Orden verweilt, hat weder stolz zu sein noch unstet. Wenn, ihr Brüder, ein Waldeinsiedler, der den Orden aufsucht, im Orden verweilt, stolz ist und unstet, so sagt man von ihm: ›Nun hat sich gar dieser Waldeinsiedler, der allein im Walde für sich lebt, an Stolz und Unstete gewöhnt; selbst als Ordensasket lässt er sich verleiten!‹: also spricht man von ihm. Darum hat ein Waldeinsiedler, der den Orden aufsucht, im Orden verweilt, weder stolz zu sein noch unstet.

»Ein Waldeinsiedler, ihr Brüder, der den Orden aufsucht, im Orden verweilt, hat nicht gesprächig zu sein und vielrednerisch. Wenn, ihr Brüder, ein Waldeinsiedler, der den Orden aufsucht, im Orden verweilt, gesprächig ist und vielrednerisch, so sagt man von ihm: ›Was taugt es wohl diesem ehrwürdigen Waldeinsiedler, dass er allein im Walde für sich lebt, da er gesprächig ist und vielrednerisch!‹: also spricht man von ihm. Darum hat ein Waldeinsiedler, der den Orden aufsucht, im Orden verweilt, nicht gesprächig zu sein und vielrednerisch.

»Ein Waldeinsiedler, ihr Brüder, der den Orden aufsucht, im Orden verweilt, hat sanft zu reden und gütig. Wenn, ihr Brüder, ein Waldeinsiedler, der den Orden aufsucht, im Orden verweilt, beißend redet und boshaft, so sagt man von ihm: ›Was taugt es wohl diesem ehrwürdigen Waldeinsiedler, dass er allein im Walde für sich lebt, da er beißend redet und boshaft!‹: also spricht man von ihm. Darum hat ein Waldeinsiedler, der den Orden aufsucht, im Orden verweilt, sanft zu reden und gütig.

»Ein Waldeinsiedler, ihr Brüder, der den Orden aufsucht, im Orden verweilt, hat die Thore der Sinne zu hüten. Wenn, ihr Brüder, ein Waldeinsiedler, der den Orden aufsucht, im Orden verweilt, die Thore der Sinne nicht hütet, so sagt man von ihm: ›Was taugt es wohl diesem ehrwürdigen Waldeinsiedler, dass er allein im Walde für sich lebt, {471} da er die Thore der Sinne nicht hütet!‹: also spricht man von ihm. Darum hat ein Waldeinsiedler die Thore der Sinne zu hüten.

»Ein Waldeinsiedler, ihr Brüder, hat beim Essen Maaß zu halten. Wenn, ihr Brüder, ein Waldeinsiedler beim Essen kein Maaß kennt, so sagt man von ihm: ›Was taugt es wohl diesem ehrwürdigen Waldeinsiedler, dass er allein im Walde für sich lebt, da er beim Essen kein Maaß kennt!‹: also spricht man von ihm. Darum hat ein Waldeinsiedler beim Essen Maaß zu halten.

»Ein Waldeinsiedler, ihr Brüder, hat sich der Wachsamkeit zu weihen. Wenn, ihr Brüder, ein Waldeinsiedler die Wachsamkeit versäumt, so sagt man von ihm: ›Was taugt es wohl diesem ehrwürdigen Waldeinsiedler, dass er allein im Walde für sich lebt, da er die Wachsamkeit versäumt!‹: also spricht man von ihm. Darum hat sich ein Waldeinsiedler der Wachsamkeit zu weihen.