Alle starrten ihnen nach, verwundert, daß es hier noch Wesen gäbe, die Kraft und Mut zu einem Fluge besäßen.

Als sie aber so dem Winde entgegenflogen, entstand ein Wirbelsturm, der hinter ihnen Alles entblätterte und entseelte, dem hinsiechenden Leben Sukhavatis ein Ende machend.

Bald war der Palmenwald erreicht, bald durchflogen. Vor ihnen breitete sich die silbrige Fläche des Weltenstromes bis zum schwarzblauen Himmelsrande.

Sie schwebten über seine Fluten hinaus, und sofort wurden sie von der dort herrschenden Luftströmung erfaßt und im Sturmesflug davongetragen. Durch die Schnelligkeit der Fahrt und unter dem mächtigen Getöse wie von Donner und Glockengeläute schwanden ihnen die Sinne.

[XXXVIII. IM REICHE DES HUNDERTTAUSENDFACHEN BRAHMA]

nd Kamanita und Vasitthi traten wieder ins Dasein, im Reiche des hunderttausendfachen Brahma, als die Götter eines Doppelgestirns.

Der leuchtende Astralstoff, an den die geistige Wesenheit Kamanitas gebunden war, umhüllte gleichmäßig den Himmelskörper, der von seiner Kraft belebt, von seinem Willen gelenkt wurde. Durch diesen Willen wurde der Stern zunächst um seine Achse gedreht, und diese Bewegung war sein Eigenleben, war seine Selbstliebe.

Und er spiegelte sich im Glanze Vasitthis und spiegelte ihren Glanz wider. Strahlenwechselnd umkreisten sie einen Mittelpunkt, wo sich ihre Strahlen sammelten. Dieser Punkt war ihre Liebe, das Kreisen darum war ihr Liebesleben, und daß sie sich dabei ineinander spiegelten--das war ihre Liebeswonne.

Allseitig Auge, schaute jeder von ihnen gleichzeitig nach allen Richtungen des unendlichen Raumes. Und überall sahen sie zahllose Sternengötter, wie sie selber, deren Strahlenblicke sie empfingen und erwiderten. Da war zunächst eine Anzahl, die mit ihnen zusammen eine Gruppe für sich bildeten; daneben andere Gruppen, die mit der ihrigen zusammen ein ganzes Weltsystem ausmachten; ferner andere Systeme, die sich zu einer Kette von Systemen verbanden, und weiter noch mehrere Ketten, und Ringe von Ketten, und Sphären von Kettenringen. Und Kamanita und Vasitthi lenkten nun ihr Doppelgestirn in harmonischem Fluge unter den anderen Sternen und Doppelgestirnen ihrer Gruppe, indem sie, wie in einem wohlgeordneten Tanzreigen, ihren Nachbarn weder zu nahe kamen, noch sich zu weit von ihnen entfernten, während alle gegenseitig, durch eine gewisse Sympathie, einander die genaue Richtung und das rechte Maß der Bewegung mitteilten. Dabei bildete sich aber auch gleichsam ein gemeinsamer Wille, der ihre ganze Gruppe in die Bewegung der Gruppen ihres Systems einlenkte, welches dann wiederum auf dieselbe Weise unter seinesgleichen sich weiterbewegte.