Psellos sagt:
„Schattenbilder oder Idole sind bei den Philosophen solche Dinge, welche an sich selbst schlechter oder den bessern untergeordnet sind, aber doch mit ihnen eine gewisse Ähnlichkeit besitzen, wie z. B. der menschliche Verstand ein Theil der Gottheit, aber doch dem Irrthum unterworfen ist. Vom Verstand ist nun wieder die Thierseele im Menschen in gleichem Abstand; sie hat nur materielles Streben und ist deshalb ein Schattenbild des Geistes. Dieser begiebt sich nach seiner Trennung vom Leibe in die Lichtregion. Zoroaster will also sagen: Nicht blos die mit Vernunft begabten Seelen können in die vollkommen erleuchtete Region versetzt werden, sondern auch die Thierseele im Menschen, wenn dieser tugendhaft wandelte. Hier weicht also der Grieche vom Chaldäer ab, insofern Ersterer die Thierseele sich nach ihrer Trennung vom Leibe im Weltenraum unbewußt verflüchtigen läßt, d. h. ihr die Fortdauer abspricht.“
Aphorismus vierzehn und fünfzehn der ersten Fassung (bei Plethon fehlend) lauten:
„Überlasse auch nicht deine Seele der Hefe der Materie.“
„Überlasse auch nicht die Hefe deiner Seele dem Abgrund, damit sie bei ihrer Trennung vom Körper nicht zu Schaden komme.“
Bei Psellos zwei und drei:
„Überlasse auch nicht die Hefe der Seele dem Abgrund
Damit sie nicht bei der Trennung vom Körper zu Schaden komme.“
Der erste Kommentar nennt diese Aphorismen:
„Eine Ermahnung, daß die Seele stets über sich wache und nicht den Anfechtungen des Leibes unterliege, wodurch sie mit ihm ins Verderben sinkt. Damit ist vor der Strafe der Seelenwanderung gewarnt, welcher alle verfallen, die während ihres Erdenlebens dem Körper, d. h. der Hefe der Seele, eine zu große Macht einräumen.“