3. „Der Vater flößt nicht Furcht ein.“
Der erste Kommentator und Plethon sagen nur, daß Gott als Urquell alles Guten nur Liebe, nicht aber Furcht einflößen könne. Psellos bemerkt:
„Die göttliche Natur kennt weder Zorn noch Unwillen, sie bleibt sich stets gleich. Deshalb flößt sie auch den Geschöpfen keine Furcht ein. Wäre sie feindlicher Gesinnung, so könnte die Schöpfung keinen Bestand haben. Gott ist ein Licht, aber dem Sünder ein verzehrendes Feuer.“
Damit schließen bei Plethon und in der ersten Fassung die magischen Orakel Zoroasters. Aus der Fassung des Psellos hebe ich noch folgende, bei den andern Beiden fehlenden Aphorismen hervor:
Aph. 5: „Nicht niederwärts den Blick gerichtet!
Zum Himmel strebe auf! Denn unten
Herrscht nur Nothwendigkeit, die harte,
Die den Planeten ihre Richtung gab.“
Der Kommentar enthält nur den bemerkenswerten Ausspruch, daß sich die Seele auf jedem Planeten verkörpern müsse. Das übrige ist astrologische Spitzfindelei.
Aph. 14: „Es läßt Natur uns Geisterreiche ahnen,
Des Bösen wie des Guten allzugleich.“
Der Kommentar sagt nur, daß die geahnten Geisterreiche auch zur Erscheinung gebracht werden könnten, wenn es dem Theurgen gelinge, die Elementarkräfte aufzuregen. Damit schließen die Orakel Zoroasters in der Redaktion des Psellos, welche ich hier der fortlaufenden Vergleichung halber außer der Reihenfolge brachte.
In der anscheinend gnostischen Fassung lauten die Orakel folgendermaßen: